62-Stunden-Ausstand
Größter Streik der Lokführer hat begonnen

Mit einem bundesweiten Ausstand im Güterverkehr hat die Lokführergewerkschaft GDL am Mittwoch den bisher größten Streik im monatelangen Tarifkonflikt mit der Bahn begonnen. Die deutsche Wirtschaft befürchtet erhebliche Auswirkungen – der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, sprach zudem von gravierenden Folgen für Tausende Beschäftigte.

HB BERLIN. Um 12 Uhr startete sie nach Angaben einer Gewerkschaftssprecherin den angekündigten 62-stündigen Ausstand im Güterverkehr, der in der Nacht zum Donnerstag auf den gesamten Personenverkehr ausgeweitet werden soll. Bis zum Ende des Streiks am Samstag um 2 Uhr ist mit erheblichen Ausfällen im Bahnverkehr zu rechnen.

Die Bahn geht davon aus, dass der Frachtverkehr in Ostdeutschlands fast zum Erliegen kommen wird. Im Westen soll eine Grundversorgung aufrechterhalten werden. Im Personenverkehr hat die Bahn sich zum Ziel gesetzt, im Fernverkehr etwa zwei Drittel und im Regionalverkehr etwa die Hälfte der Verbindungen zu gewährleisten.

Die deutsche Wirtschaft befürchtet erhebliche Auswirkungen des Lokführerstreiks. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, sagte der „Bild“-Zeitung, Tausenden Beschäftigten drohe Kurzarbeit, weil der Nachschub für die Produktion fehle. Der Tarifkonflikt müsse zügig beigelegt werden. Die GDL fordert einen eigenständigen Tarifvertrag und deutliche Einkommenssteigerungen.

Die Bundesregierung hat eindringlich an die Deutsche Bahn und die GDL appelliert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Bahnstreik sei eine Belastung für die konjunkturelle Entwicklung, warnte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Mittwoch in Berlin. „Er kann weit tiefgreifendere und gefährlichere Auswirkungen haben, als es sich im Moment abzeichnet, wenn er andauert und darüber hinaus mit der Einbeziehung des Personenverkehrs versucht wird, das Land weitgehend lahm zu legen.“

Die Lokführergewerkschaft GDL habe eine hohe politische, gesellschaftliche und ökonomische Verantwortung, mahnte Steg. Die Bundesregierung appelliere deshalb dringend an beide Seiten, „die Eskalation nicht weiter zu treiben, sondern Vernunft walten zu lassen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren“.

Eine Ablösung von Bahnchef Hartmut Mehdorn steht nach Angaben des Regierungssprechers nicht zur Debatte. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe bereits vergangene Woche deutlich gemacht, dass Mehdorn das Vertrauen der Bundesregierung genieße. „Daran hat sich nichts geändert und daran wird sich nichts ändern“, sagte Steg.

Im Personenverkehr dürften IC-Züge von dem Ausstand besonders stark betroffen sein, aber auch bei den ICEs würden die Auswirkungen spürbar sein, kündigte die Bahn an. Auskunft über die Streikfolgen soll es im Internet unter » www.bahn.de/blitz und unter der Telefonnummer 08000-99 66 33 geben. Die Bahn will rund 1000 zusätzliche Service-Mitarbeiter einsetzen.

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