70 neue Läden
Media Markt und Saturn expandieren

Europas größter Elektrohändler Media Saturn Holding (MSH) hält sein Geschäftsmodell des großflächigen Elektronikmarktes mit einer breiten Produktpalette für zukunftsweisend und ausbaufähig. Die Metro-Tochter will dieses Jahr 70 weitere Läden im In- und Ausland eröffnen.

INGOLSTADT. „Der Kunde ist heute mit einer Auswahl von 20 Fernsehern nicht mehr zufrieden“, sagte Media-Markt-Gründer und MSH-Geschäftsführer Leopold Stiefel dem Handelsblatt. Umgekehrt bräuchten die großen Hersteller die Durchschlagskraft von Media Markt und Saturn, um die hohen Entwicklungskosten wieder einzuspielen.

Angesichts des Booms bei Unterhaltungselektronik will MSH kräftig expandieren. Das Ingolstädter Unternehmen werde 2006 europaweit rund 70 neue Märkte eröffnen, sagte Stiefel. „Es gibt noch viele weiße Flächen in Europa, auch in Deutschland. Auch in den kommenden Jahren werde das Expansionstempo nicht abnehmen.

Obwohl hier zu Lande bereits 327 Filialen der beiden MSH-Marken Media Markt und Saturn um die Kunden werben, würden dieses Jahr rund zwei Dutzend weitere Läden eröffnet, unterstrich Stiefel. Im europäischen Ausland betreibt die MSH 247 Läden. Geplant sei, noch einmal fast fünfzig weitere Filialen einzurichten. Heute gibt es fast doppelt so viele Märkte wie vor fünf Jahren. Die Filialen der Kette bieten jeweils Dutzende, wenn nicht Hunderte verschiedene Modelle von Fernsehern bis zu Kaffeemaschinen. Der größte Media Markt ist 18 000 Quadratmeter groß.

Wichtigster Wachstumstreiber

Die Süddeutschen sind damit neben den Großmärkten der wichtigste Wachstumstreiber des Düsseldorfer Handelskonzerns Metro. Dieser hält mehr als 75 Prozent an MSH. Mit einem Umsatz von 13 Mrd. Euro hat das Unternehmen im vergangenen Jahr rund ein Viertel der Erlöse der Rheinländer bestritten. Und auch das erste Quartal 2006 ließ sich gut an: Der Umsatz stieg um 8,5 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um knapp 17 Prozent auf 64 Mill. Euro.

MSH profitiert von dem riesigen Interesse der Verbraucher an Unterhaltungselektronik in ganz Europa. Auch in Deutschland, wo sich die Menschen mit Einkäufen noch immer vergleichsweise stark zurückhalten, kletterte der Umsatz mit Fernsehern, MP3-Playern und Spielekonsolen nach Angaben des Branchenverbands GfU im ersten Quartal um 4,5 Prozent.

Am meisten freuen sich Hersteller und Händler darüber, dass sich immer mehr Leute Flachbildschirm-Fernseher kaufen. Denn dafür greifen sie jetzt tiefer in die Tasche als früher: So gaben die Deutschen im ersten Quartal im Schnitt für einen LCD-Fernseher 1 214 Euro aus. Das sind 19 Euro mehr als 2005, errechneten die Marktforscher der GfK. MSH-Chef Stiefel: „Der Übergang von der Röhre zum Flachformat ist für den Markt ein Einschnitt, wie es die Einführung des Farbfernsehens vor dreißig Jahren war.“

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