A-Tec-Aktien stürzen ab
Investor muss wegen Disco-Pleite vor Gericht

Als Vorstandschef der Industrieholding A-Tec hat der österreichische Finanzinvestor Mirko Kovats die Expansionspläne des Kuperproduzenten Norddeutsche Affinerie durchkreuzt und sich damit ins Rampenlicht katapultiert. Nun muss er die Hitze der Bühnenscheinwerfer aushalten: Kovats kommt vor Gericht, weil er eine Disco in die Pleite geschickt haben soll.

HB WIEN. Die Staatsanwaltschaft wirft Kovats vor, das Tanzlokal im niederösterreichischen Vösendorf im Jahr 2000 vorsätzlich in den Konkurs getrieben zu haben, wodurch deren Gläubiger - die SCS Immobilienverwaltung GmbH, die Shopping Center Planungs- und Entwicklungsgesellschaft sowie die Erste Bank als Kreditgeber - geschädigt worden seien. Die Schadenssumme soll sich auf 230 000 Euro belaufen. Kovats wies die Anschuldigungen vehement von sich: „Das war kein Betrug, da niemand geschädigt worden ist“, sagte er.

An der Börse schlug die Nachricht vom Angeklagten Kovats gleichwohl ein wie eine Bombe: Die A-Tec-Aktien verloren zeitweise fast zehn Prozent auf 172,0 (190,50) Euro. Händler begründeten den Kursverlust mit dem Vorwurf sowie damit, dass A-Tec ihre geplante Hybridanleihe verschoben hat. Eine der Konsortialbanken hatte die Verschiebung mit dem „volatilen Marktumfeld für Bonds“ begründet A-Tec hatte in der vergangenen Woche Road-Shows für den Bond abgehalten, der in dieser Woche gepreist werden sollte.

An der Discothek war Kovats nach eigenen Angaben mit 50 Prozent beteiligt. Vermieter sei die SCS gewesen, Mieter eine Betriebsgesellschaft, die laut Kovats überhöhte Mieten gezahlt hat. „Sowohl die Besitzgesellschaft als auch die Betriebsgesellschaft der Diskothek sind in Konkurs gegangen, da sie aufgrund der überhöhten Mieten wirtschaftlich nicht erfolgreich sein konnten“, so Kovats. Der Geschäftsführer habe daher Konkurs anmelden müssen.

„Der Vorwurf seitens der SCS an mich lautet, dass ich veranlassen hätte müssen, dass die Besitzgesellschaft 230 000 Euro an die Betriebsgesellschaft fakturieren hätte müssen. Ich habe ein Gutachten vorliegen, das bestätigt, dass es keinerlei Veranlassung meiner Seite gegeben hat und dass alles rechtens war“, betonte Kovats. Konkrete Angaben zum Gutachten wollte Kovats vorerst nicht machen. Die Verhandlungstermine sind nach Angaben von Kovats am 17. und 19. September 2007.

A-Tec war in den vergangenen Wochen ins Blickfeld geraten, weil das Unternehmen die Übernahme des belgischen Kupferproduzenten Cumerio durch die Norddeutsche Affinerie torpediert. Dazu hat sich A-Tec an beiden Gesellschaften beteiligt und hält mittlerweile 15 Prozent an der NA und eine Sperrminorität von 25 Prozent an Cumerio. Kovats, der über seine Montanwerke Brixlegg selbst in der Kupferbranche tätig ist, hatte sein Investment damit begründet, er wolle in die Bildung eines neuen Kupfer-Konglomerats eingebunden werden. Die Cumerio-Führung präferiert eine Übernahme durch die NA.

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