AB Inbev: Braukonzern enttäuscht Anleger vor geplanter Übernahme

AB Inbev
Braukonzern enttäuscht Anleger vor geplanter Übernahme

Ein starker Dollar und höhere Kosten machen dem weltgrößten Brauereikonzern AB Inbev zu schaffen. Trotz größerer Marktanteile in Deutschland verdient der vor der Übernahme durch SAB Miller stehende Konzern weniger.

LeuvenDer weltgrößte Brauereikonzern AB Inbev (Beck's, Budweiser) hat 2015 auch wegen des harten Wettbewerbs in der Branche weniger verkauft. Vor allem das Geschäft in Brasilien, Europa und Nordamerika entwickelte sich rückläufig. Zudem stiegen die Kosten und der starke Dollar drückte auf Umsatz und Ergebnis.

In den USA, dem Heimatland der wichtigen Konzernmarke Budweiser, büßte der belgische Brauereikonzern Marktanteile ein. In Deutschland ging der Absatz in einem schrumpfenden Markt zurück. Dank einer erweiterten Produktpalette der Marken Beck's und Franziskaner konnte AB Inbev aber nach eigenen Angaben vom Donnerstag den Marktanteil in Deutschland steigern.

Experten sehen in dem teils schwachen Geschäft in vielen wichtigen Regionen einen Beleg für die Notwendigkeit der geplanten Übernahme des Konkurrenten SABMiller. Diese soll in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen. Die Briten sind unter anderem in den Ländern stark, in denen AB Inbev kaum vertreten ist oder zuletzt schwächelte.

Der Umsatz von AB Inbev sank 2015 im Vergleich zum Vorjahr um rund sieben Prozent auf 43,6 Milliarden Dollar (39,5 Mrd Euro). Der Gewinn ging um knapp 10 Prozent auf unterm Strich 8,3 Milliarden Dollar zurück. Für 2015 plant das Unternehmen dennoch, eine Dividende von 3,60 Euro pro Aktie auszuzahlen – das sind 20 Prozent mehr als für 2014.

Große Probleme hatte AB Inbev in Brasilien, dem größten Einzelmarkt des Konzerns. Hier wirkte sich neben ungünstigen Wetterbedingungen auch die schwache Wirtschaft des Landes aus. Absatz, Umsatz und Gewinn in dem Land gingen teils deutlich zurück. In China konnte der Konzern dagegen zulegen, profitierte dabei aber auch von Zukäufen. Zum Jahresende trübte sich das Umfeld in China aber deutlich ein.

AB Inbev will den englischen Brauereikonzern SABMiller für insgesamt 71 Milliarden Pfund (90 Mrd Euro) übernehmen. Um Bedenken gegen eine zu große Marktmacht auszuräumen, sind Verkäufe einiger SABMiller-Sparten geplant. Sollte die Übernahme klappen, kämen neben den AB-Inbev-Hauptmarken Budweiser und Stella Artois unter anderem auch Foster's und Pilsner Urquell unter das Dach der Belgier.

In Deutschland geriet der belgische Konzern wegen der Testergebnisse des Münchner Umweltinstituts über Glyphosat in Bier in die Schlagzeilen. AB Inbev bezeichnete die Ergebnisse als nicht nachvollziehbar und nicht plausibel. Vorwürfe über nicht ausreichende Kontrollen der Rohstoffe seien absurd und völlig haltlos. Ein Sprecher verwies auf Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung, wonach Spuren des Pestizids Glyphosat in Lebensmitteln als gesundheitlich unbedenklich eingestuft seien.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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