AB Inbev Braukonzern enttäuscht Anleger vor geplanter Übernahme

Ein starker Dollar und höhere Kosten machen dem weltgrößten Brauereikonzern AB Inbev zu schaffen. Trotz größerer Marktanteile in Deutschland verdient der vor der Übernahme durch SAB Miller stehende Konzern weniger.
Beim größten Braukonzern der Welt liefen die Geschäfte 2015 schlechter als erwartet. Quelle: dpa
Anheuser-Busch Inbev

Beim größten Braukonzern der Welt liefen die Geschäfte 2015 schlechter als erwartet.

(Foto: dpa)

LeuvenDer weltgrößte Brauereikonzern AB Inbev (Beck's, Budweiser) hat 2015 auch wegen des harten Wettbewerbs in der Branche weniger verkauft. Vor allem das Geschäft in Brasilien, Europa und Nordamerika entwickelte sich rückläufig. Zudem stiegen die Kosten und der starke Dollar drückte auf Umsatz und Ergebnis.

In den USA, dem Heimatland der wichtigen Konzernmarke Budweiser, büßte der belgische Brauereikonzern Marktanteile ein. In Deutschland ging der Absatz in einem schrumpfenden Markt zurück. Dank einer erweiterten Produktpalette der Marken Beck's und Franziskaner konnte AB Inbev aber nach eigenen Angaben vom Donnerstag den Marktanteil in Deutschland steigern.

Experten sehen in dem teils schwachen Geschäft in vielen wichtigen Regionen einen Beleg für die Notwendigkeit der geplanten Übernahme des Konkurrenten SABMiller. Diese soll in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen. Die Briten sind unter anderem in den Ländern stark, in denen AB Inbev kaum vertreten ist oder zuletzt schwächelte.

Prost! Das Sortiment des neuen Bier-Giganten
Budweiser
1 von 11

Budweiser, in den USA schlicht Bud genannt, wird von Anheuser-Busch gebraut. Heute ist es die am meisten verkaufte Premium-Biermarke in den USA. In der Vergangenheit gab es immer wieder Markenkonflikte und juristische Auseinandersetzung mit Budweiser Bürgerbräu, der traditionsreichen Biermarke aus dem tschechischen Budweis.

Corona Extra
2 von 11

Die mexikanische Biermarke Corona Extra befindet sich mehrheitlich im Besitz von Anheuser-Busch. Im Mexiko ist es das meisterverkaufte Bier, aber auch international expandiert die Marke. Mittlerweile sind Corona-Biere in mehr als 150 Ländern erhältlich.

Stella Artois
3 von 11

Stella Artois ist eine belgische Biermarke, die zu Anheuser-Busch gehört. Sie wird unter anderem in die USA, nach Brasilien, Russland und Australien exportiert. Die Stella-Artois-Produktion für den europäischen Markt stammt größtenteils aus der belgischen Stadt Löwen.

Beck's
4 von 11

Die Brauerei Beck ist in Bremen beheimatet und gehört zum Konzern Anheuser-Busch InBev. Das Unternehmen setzt stark auf den Export. Heute wird die Marke in 120 Ländern der Welt vertrieben.

Leffe
5 von 11

Das belgische Abtei-Bier Leffe hat eine lange Tradition: Erstmals wurde es 1240 von Mönchen gebraut. Heute gehört die Marke zur Anheuser-Busch-InBev-Gruppe.

Diebels
6 von 11

Die Brauerei Diebels war bis 2001 ein niederrheinisches Familienunternehmen, mittlerweile gehört die Marke zur Brauereigruppe Anheuser-Busch InBev. Im Mittelpunkt der Produktion steht Altbier.

Franziskaner
7 von 11

Franziskaner wird seit dem 14. Jahrhundert in München gebraut, geblieben ist allerdings nur der eingetragene Markenname. Hergestellt wird das Bier heute bei Löwenbräu in München, Inhaber ist die belgische Anheuser-Busch-InBev-Gruppe.

Der Umsatz von AB Inbev sank 2015 im Vergleich zum Vorjahr um rund sieben Prozent auf 43,6 Milliarden Dollar (39,5 Mrd Euro). Der Gewinn ging um knapp 10 Prozent auf unterm Strich 8,3 Milliarden Dollar zurück. Für 2015 plant das Unternehmen dennoch, eine Dividende von 3,60 Euro pro Aktie auszuzahlen – das sind 20 Prozent mehr als für 2014.

Große Probleme hatte AB Inbev in Brasilien, dem größten Einzelmarkt des Konzerns. Hier wirkte sich neben ungünstigen Wetterbedingungen auch die schwache Wirtschaft des Landes aus. Absatz, Umsatz und Gewinn in dem Land gingen teils deutlich zurück. In China konnte der Konzern dagegen zulegen, profitierte dabei aber auch von Zukäufen. Zum Jahresende trübte sich das Umfeld in China aber deutlich ein.

AB Inbev will den englischen Brauereikonzern SABMiller für insgesamt 71 Milliarden Pfund (90 Mrd Euro) übernehmen. Um Bedenken gegen eine zu große Marktmacht auszuräumen, sind Verkäufe einiger SABMiller-Sparten geplant. Sollte die Übernahme klappen, kämen neben den AB-Inbev-Hauptmarken Budweiser und Stella Artois unter anderem auch Foster's und Pilsner Urquell unter das Dach der Belgier.

In Deutschland geriet der belgische Konzern wegen der Testergebnisse des Münchner Umweltinstituts über Glyphosat in Bier in die Schlagzeilen. AB Inbev bezeichnete die Ergebnisse als nicht nachvollziehbar und nicht plausibel. Vorwürfe über nicht ausreichende Kontrollen der Rohstoffe seien absurd und völlig haltlos. Ein Sprecher verwies auf Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung, wonach Spuren des Pestizids Glyphosat in Lebensmitteln als gesundheitlich unbedenklich eingestuft seien.

Die beliebtesten deutschen Biermarken
23509206
1 von 10

Platz 10 - Erdinger - 1,72 Millionen Hektoliter im Jahr 2011

Biathletin Magdalena Neuner macht es vor: Der Trend zu alkoholfreiem Hefeweizen war auch im abgelaufenen Jahr ungebrochen. Die Weißbiermarke aus München baut für die alkoholfreie Variante ein Sportlerimage auf.

Brauereien als eifrige Sponsoren
2 von 10

Platz 9 - Radeberger - 1,96 Millionen Hektoliter im Jahr 2011

In der Radeberger-Brauerei nahe Dresden soll angeblich das erste deutsche Bier nach Pilsner Brauart gebraut worden sein. Die Biermarke, die zum Lebensmittelkonzern Dr. Oetker gehört, ist vor allem ist Ostdeutschland beliebt.

Neuer Tourismus-Rekord in München
3 von 10

Platz 8 - Paulaner - 2,23 Millionen Hektoliter im Jahr 2011

Deutschlands größte Weißbiermarke geht tatsächlich zurück auf dem Paulanerorden. Die Bockbiertradition der Mönche wurde 1813 wieder aufgegriffen. Das Weißbier gehört bis heute zu den beliebtesten Marken in Deutschland.

Veltins - Bierflasche
4 von 10

Platz 7 - Veltins - 2,69 Millionen Hektoliter im Jahr 2011

Aus dem Sauerland in die Welt: Veltins gehörte zu den ersten Biermarken in Deutschland, die auf Biermischgetränke setzten. Bis heute gehören die verschiedenen Varianten von Veltins-V+ gehört zu den Umsatztreibern der Brauerei.

17724676
5 von 10

Platz 6 - Hasseröder - 2,71 Millionen Hektoliter im Jahr 2011

Die Brauerei aus dem Harz gehört dem Branchenriesen AB-InBev. Auf dem Biermarkt versucht sich Hasseröder in den letzten Jahren als Männermarke zu etablieren. Dabei helfen sollen prominente Werbegesichter wie Oliver Pocher.

Unternehmensentwicklung 2007: Warsteiner Gruppe steigert Absatz und Umsatz
6 von 10

Platz 5 - Warsteiner - 2,72 Millionen Hektoliter im Jahr 2011

Mit dem Phantasietitel "Premium Verum" vermarktet die Brauerei aus Warstein ihr Pilsener als Premiumprodukt. Mit Sponsoring im Sportbereich soll die Bekanntheit der Marke weiter steigen.

huGO-BildID: 4566036 Produktion und Abfüllung von Beck' Gold --- Becks Gold, Bier, Brauerei, Bierflaschen, Flaschenbier ----
7 von 10

Platz 4 - Beck's - 2,75 Millionen Hektoliter im Jahr 2011

Auch die berühmte Brauerei aus Bremen gehört seit Jahren zum Brauereiriesen AB-InBev. Das Stadtwappen im Logo ist geblieben. Seit einigen Jahren inszeniert sich Beck's als Lifestyle-Marke für jüngere Biertrinker.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: AB Inbev - Braukonzern enttäuscht Anleger vor geplanter Übernahme

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%