AB Inbev schluckt SAB Miller
Beim Bier zählt mehr als nur Größe

Die beiden größten Bierbrauer der Welt gehen zusammen. Den Kartellwächtern bleiben kaum Mittel, die Marktmacht von AB Inbev und SAB Miller wirksam zu begrenzen. Doch es gibt noch Hoffnung für Konkurrenten. Ein Kommentar.

HamburgDie beiden größten Brauer der Welt gehen zusammen. Der britische Brauereikonzern SAB Miller hat sich am Dienstag mit der Übernahme durch den Weltmarktführer Anheuser-Busch Inbev aus Belgien einverstanden erklärt. Es sei eine „Grundsatzeinigung“ zwischen den Verwaltungsräten beider Konzerne getroffen worden, erklärte das britische Unternehmen in einer Mitteilung an die Londoner Börse. Anheuser-Busch werde „empfohlen“, pro Aktie 44 Pfund zu zahlen. SAB Miller ist damit rund 96 Milliarden Euro wert.

Der Kauf von SAB Miller durch den Konkurrenten ist für die Aktionäre ein gutes Geschäft. Die SAB-Miller-Eigner bekommen einen satten Aufschlag auf den Börsenkurs. Und der neue Konzern ist in noch mehr Ländern Marktführer als bisher schon.

Beobachter erwarten das Zusammengehen schon länger. Es ist der nächste logische Schritt des Fusionsgeschehens in der Branche. Schon die Namen der Beteiligten verweisen darauf, dass in der internationalen Braubranche ein Kampf um Größe tobt: Anheuser-Busch ging mit Inbev zusammen, South African Breweries (SAB) mit der US-Brauerei Miller.

Denn: Beim Rohstoffeinkauf und bei der Logistik für das schwere Produkt Bier spart mehr Volumen ebenso Geld wie beim Vertrieb. Damit zahlt sich Größe aus – und ermöglicht weitere Zukäufe. In der Theorie läuft es damit auf einen Monopolisten heraus.

Da die Kartellwächter national agieren, dürften beim aktuellen Zusammenschluss wesentliche Auflagen nur in den USA und China aufkommen. Der stärkste Spieler im Massenmarkt wird ansonsten noch stärker. Aber es gibt Hoffnung: Kleinere Brauereien positionieren sich mit Spezialitäten unter dem Label „Craft Beer“ – nach den USA auch in Europa. Sie finden in der Nische Raum zum Überleben.

Und die deutschen Mittelständler wie Krombacher, Veltins und Bitburger sind so stark, dass den Weltkonzernen auf dem hiesigen Markt bislang nicht viel eingefallen ist. Nur für internationale Ambitionen deutscher Konzerne wie der Oetker-Tochter Radeberger bleibt immer weniger Luft.

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