AB Inbev und SAB Miller
Brauerei-Riesen stellen Verkauf von Marken in Aussicht

AB Inbev will sich mit SAB Miller zusammenschließen. Doch vorher muss die EU-Kommission die Mega-Fusion noch abnicken. Ihre Zustimmung wollen die Unternehmen sich mit Zugeständnissen sichern – Analysten sind überrascht.

BrüsselDer weltgrößte Brauereikonzern AB Inbev will sich mit Zugeständnissen die Zustimmung der EU-Kommission zu der mehr als 100 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Branchenzweiten SAB Miller sichern. Dazu stellt er den Verkauf des milliardenschweren Osteuropageschäfts von SAB Miller in Aussicht. Abgegeben werden sollen unter anderem die Marken Pilsner Urquell in Tschechien und Dreher in Ungarn, wie AB Inbev am Freitag mitteilte. Die EU-Kommission sei bereits über diesen Schritt informiert.

Analysten zeigten sich überrascht über die Pläne. AB Inbev verfüge außerhalb Russlands und der Ukraine nicht über nennenswerte Beteiligungen, sagte Andrew Holland von der französischen Bank Societe Generale. „Ich sehe eigentlich keine kartellrechtlich relevanten Überschneidungen.“

Analysten schätzen den Wert des SAB-Brauereigeschäfts in Tschechien, Ungarn, Rumänien, der Slowakei und Polen auf 3,5 bis 6,1 Milliarden Dollar. Unklar ist, ob es als Paket verkauft wird oder einzelne Marken unabhängig voneinander abgegeben werden. Sollten sich Branchengrößen wie Heineken, Carlsberg oder Molson Coors das gesamte Paket sichern, könnte das bei den Kartellbehörden auf Widerstand stoßen. Als möglicher Interessent wird auch die japanische Brauerei Asahi gehandelt, Finanzinvestoren könnten ebenfalls zugreifen. Asahi übernimmt bereits die europäischen SAB-Premiummarken Peroni und Grolsch für 2,55 Milliarden Euro.

Die EU-Kommission will bis zum 24. Mai über die Freigabe der Mega-Fusion entscheiden. Sollte sie eine umfassende Prüfung einleiten, könnte das bis zu drei Monate dauern und den Zusammenschluss verzögern. AB InBev will das Vorhaben in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne bringen. Bei einem Zusammenschluss der beiden führenden Unternehmen der Branche entstünde ein neuer Brauerei-Riese, der weltweit mehr als jedes dritte Bier herstellt.

AB Inbev ist vor allem an den lukrativen SAB-Sparten in Afrika und Teilen Lateinamerikas interessiert. Dort steigt der Bierkonsum kräftig an. In Europa geht er dagegen zurück. Nach der Fusion von Anheuser-Busch und Inbev 2008 hatte das Unternehmen seine Geschäfte in Ungarn, Rumänien, Tschechien und anderen osteuropäischen Ländern für 2,2 Milliarden Dollar an den Finanzinvestor CVC verkauft. Inzwischen gehört dieses Geschäft Molson Coors.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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