AB Inbev und SAB Miller

Grünes Licht für die Bier-Megafusion

Der weltgrößte Braukonzern Anheuser-Busch Inbev ist bei der Übernahme des Rivalen SAB Miller an der Ziellinie. Am Freitag fielen die beiden letzten wichtigen Hürden zu dem milliardenschweren Deal.
Update: 29.07.2016 - 17:25 Uhr
Im wichtigen US-Markt stagniert der Absatz von AB Inbev. Quelle: AP
Biermarke „Budweiser“

Im wichtigen US-Markt stagniert der Absatz von AB Inbev.

(Foto: AP)

LeuvenDer mehr als 100 Milliarden Dollar schweren Fusion der beiden Brauereigiganten Anheuser-Busch Inbev und SAB Miller steht nun nichts mehr im Wege. Der Verwaltungsrat von SAB Miller empfahl am Freitag seinen Aktionären, das verbesserte Angebot von 45 Pfund je Aktie anzunehmen. Zuvor hatte das chinesische Handelsministerium erklärt, den Zusammenschluss unter Auflagen zu genehmigen. AB Inbev teilte mit, dass damit alle Vorbedingungen für die Übernahme der Nummer zwei erfüllt seien. Das Geschäft soll noch in diesem Jahr unter Dach und Fach gebracht werden.

Die Aufseher in den USA hatten bereits vergangene Woche ihre Genehmigung erteilt. Auch die EU und Südafrikas Regulierer hoben bereits den Daumen. Am Dienstag hatte AB Inbev seine Offerte um rund neun Milliarden Pfund aufgestockt, um negative Wechselkurseffekte wegen der Talfahrt des Pfund im Zuge des Brexit-Votums auszugleichen.

Der Produzent von Marken wie Beck's und Corona hatte am Freitag bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen klargemacht, dass er nicht noch einmal nachlegen werde. „Dieses Angebot ist abschließend und kann weder angehoben noch anderweitig verändert werden“, sagte AB Inbev-Chef Carlos Brito. Das neue Gebot für den Hersteller von Marken wie Peroni und Grolsch entspricht einem Gesamtvolumen von rund 79 Milliarden Pfund, umgerechnet 104 Milliarden Dollar. Im Oktober waren es rund 70 Milliarden Pfund, die zu damaligen Währungskursen allerdings 106 Milliarden Dollar wert waren.

Durch den Zusammenschluss der beiden entsteht ein neuer Brauerei-Riese, der weltweit mehr als jedes dritte Bier herstellt. Die chinesischen Behörden erteilten ihre Genehmigung unter der Bedingung, dass die Belgier SAB Millers Anteil an einem chinesischen Bierunternehmen abstoßen. Ein Käufer ist bereits gefunden: China Resources Beer ist bereit, 1,6 Milliarden Dollar für die Beteiligung der Briten an CR Snow zu zahlen.

Prost! Das Sortiment des neuen Bier-Giganten
Budweiser
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Budweiser, in den USA schlicht Bud genannt, wird von Anheuser-Busch gebraut. Heute ist es die am meisten verkaufte Premium-Biermarke in den USA. In der Vergangenheit gab es immer wieder Markenkonflikte und juristische Auseinandersetzung mit Budweiser Bürgerbräu, der traditionsreichen Biermarke aus dem tschechischen Budweis.

Corona Extra
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Die mexikanische Biermarke Corona Extra befindet sich mehrheitlich im Besitz von Anheuser-Busch. Im Mexiko ist es das meisterverkaufte Bier, aber auch international expandiert die Marke. Mittlerweile sind Corona-Biere in mehr als 150 Ländern erhältlich.

Stella Artois
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Stella Artois ist eine belgische Biermarke, die zu Anheuser-Busch gehört. Sie wird unter anderem in die USA, nach Brasilien, Russland und Australien exportiert. Die Stella-Artois-Produktion für den europäischen Markt stammt größtenteils aus der belgischen Stadt Löwen.

Beck's
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Die Brauerei Beck ist in Bremen beheimatet und gehört zum Konzern Anheuser-Busch InBev. Das Unternehmen setzt stark auf den Export. Heute wird die Marke in 120 Ländern der Welt vertrieben.

Leffe
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Das belgische Abtei-Bier Leffe hat eine lange Tradition: Erstmals wurde es 1240 von Mönchen gebraut. Heute gehört die Marke zur Anheuser-Busch-InBev-Gruppe.

Diebels
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Die Brauerei Diebels war bis 2001 ein niederrheinisches Familienunternehmen, mittlerweile gehört die Marke zur Brauereigruppe Anheuser-Busch InBev. Im Mittelpunkt der Produktion steht Altbier.

Franziskaner
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Franziskaner wird seit dem 14. Jahrhundert in München gebraut, geblieben ist allerdings nur der eingetragene Markenname. Hergestellt wird das Bier heute bei Löwenbräu in München, Inhaber ist die belgische Anheuser-Busch-InBev-Gruppe.

Die EU-Kommission hatte im Mai den Mega-Deal genehmigt. AB Inbev sagte dafür die fast vollständige Trennung vom Biergeschäft von SAB Miller in Europa zu. Beide Unternehmen seien beim Verkauf von Geschäftsbereichen in den USA, Europa und China bereits gut vorangekommen, sagte dazu Brito.

Die Geschäftsbilanz von AB Inbev im zweiten Quartal wird derweil nach wie vor von der Wirtschaftskrise im zweitgrößten Markt Brasilien belastet. Der Konzerngewinn stieg zwar auf vergleichbarer Basis um 4,3 Prozent auf 4,01 Milliarden Dollar. Von Reuters befragte Branchenanalysten hatten mit 4,13 Milliarden Dollar aber mehr erwartet. Eine deutliche Besserung in Brasilien erwartet Inbev nicht mehr in diesem Jahr. Probleme in Afrika machen unterdessen SAB Miller zu schaffen. Der Umsatz ging deshalb im vergangenen Quartal zurück.

  • rtr
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