Ab sofort Genehmigung erforderlich
EU stoppt Einfuhr von Langkornreis aus USA

In der Affäre um nicht zugelassenen Gen-Reis aus den USA hat die EU die Einfuhr von US-Langkornreis größtenteils gestoppt. Damit wehrt sich die EU gegen scheinbar herkömmlichen Reis, der nach Angaben des Chemiekonzerns Bayer Spuren von gentechnischen Veränderungen enthält.

HB BRÜSSEL. Dieser Reis dürfe mit sofortiger Wirkung nur noch in die EU gelangen, sofern er wissenschaftlich von einem anerkannten Labor mit einer genehmigten Methode getestet sei. Das entschied die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel im Eilverfahren.

Die Bayer Crop-Science, eine Tochter des Leverkusener Bayer - Konzerns, hatte nach eigenen Angaben in den USA gentechnisch veränderte Spuren in Proben von herkömmlichem Reis entdeckt. Das gentechnisch veränderte Produkt trägt den Codenamen LL 601. Ein Viertel aller Reisimporte nach Deutschland stammen nach ergänzenden Angaben aus den USA.

Der Langkornreis aus den USA, in dem sich ein nicht zugelassenes gentechnisch verändertes Protein befindet, war auch nach Europa geliefert worden. EU-Verbraucherkommissar Markos Kyprianou erklärte, es gebe in der Union eine strikte Gesetzgebung für gentechnisch veränderte Produkte. Es sei eine umfangreiche Genehmigungsprozedur erforderlich: "Es gibt keine Flexibilität bei ungenehmigten gentechnisch veränderten Organismen. Diese dürfen auf keinen Fall in die EU-Lebens- und Futtermittelkette kommen."

Die Notmaßnahmen sollen zunächst sechs Monate lang gelten. Experten der EU-Staaten werden sich in den nächsten Tagen mit der Entscheidung der Kommission beschäftigen.

Für die Kontrollen der Reiseinfuhren sind die Mitgliedstaaten der EU verantwortlich. Diese sollten auch Produkte kontrollieren, die bereits auf dem Markt sind. Auch Importunternehmen müssten dafür Verantwortung tragen, dass LL-601-Reis nicht in Umlauf gerate, schrieb die Kommission.

Die EU-Kommission war Ende vergangener Woche von den US-Behörden informiert worden. Bayer arbeitet nach eigenen Angaben mit dem US- Agrarministerium und der dortigen Arzneimittelbehörde FDA zusammen. Beide Behörden haben laut Bayer bestätigt, dass der Reis keine Gesundheitsrisiken berge und er in Nahrungs- und Futtermitteln wie auch für die Umwelt ungefährlich sei.

Die Kommission schrieb dazu, in der EU seien auch Spuren von ungenehmigten gentechnisch veränderten Organismen illegal. Es gelte das höchste Niveau von Verbraucherschutz. In die EU werden im Schnitt pro Monat rund 20000 Tonnen Langkorn-Reis aus den USA importiert.

In der EU ist derzeit überhaupt kein Gen-Reis erlaubt. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA prüft jedoch derzeit einen Antrag von Bayer für das Produkt LL 62, das das gleiche Protein enthält wie die Sorte LL 601.

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