Abbau von Kapitalbindungen wird forciert
Tui diskutiert Rückzug aus dem Fluggeschäft

Der von schlechten Erträgen in der Container-Schifffahrt und mäßigem Geschäft in der Touristik gebeutelte Touristik- und Transportkonzern Tui sucht nach Wegen, seinen milliardenschweren Schuldenberg abzubauen.

HB DÜSSELDORF. Erwogen werde ein mittelfristiger Rückzug der Tui aus dem nicht wettbewerbsfähigen Fluggeschäft. Erwogen werde könne auch, dass die Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd (HL) Schiffseigentum zugunsten von Leasingverträgen aufgibt, erfuhr das Handelsblatt von Aufsichtsräten der beiden Unternehmen. Letzteres sei überhaupt kein Thema, sagte hingegen ein Tui-Konzernsprecher.

Kapitalbindungen zu verringern, ist offenbar eines der zentralen Punkte, mit denen sich der Tui-Aufsichtsrat nächste Woche in einer Klausurtagung in Salzburg befassen wird. Vor dem Hintergrund einer Nettoverschuldung, die Tui-Chef Michael Frenzel bei der Präsentation der Halbjahreszahlen kürzlich mit noch 2,9 Mrd. Euro angab, drücken den Konzern angesichts der mageren Erträge die hohen Zinsbelastungen, bestätigen konzernnahe Kreise.

Tui hatte durch die stürmische Akquisitionspolitik in der Touristik in den 90-er Jahren einen hohen Schuldenberg angehäuft. Dieser wurde zwar durch die Desinvestitionen ehemaliger Preussag-Geschäftsbereiche teilweise abgebaut, doch im vergangenen Jahr kam noch einmal der rund zwei Milliarden Euro teure Erwerb der britisch-kanadischen Schifffahrtsgesellschaft CP Ships hinzu.

In der Luftfahrt könnte sich Tui deshalb von der Ferienfluggesellschaft Hapag-Lloyd Flug (HLF) und dem Billigflieger HLX trennen. Der Aufsichtsrat wird sich nach Handelsblatt-Informationen mit einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger befassen, die diese Option ausdrücklich enthält.

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