ABF-Finanzchef Bason
„Primarks Reise hat gerade erst begonnen“

John Bason begleitet als Finanzchef der Primark-Mutter ABF die Expansion der Billigkette. Die niedrigen Preise hätten nichts mit geringen Standards zu tun. Primark gehe bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen voran.
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Herr Bason, Kleidung, Lebensmittel, Einzelhandel: Was ist das Verbindende zwischen den verschiedenen Geschäftsteilen von ABF?
Primark hat viele Vorteile dadurch, Teil unserer Holding zu sein. Die speziellen Dienstleistungen, die es für den Betrieb braucht, kommen von ABF. Wir übernehmen die Vermögensverwaltung, übernehmen auch Dienstleistungen beim Personal. Ansonsten gibt es keine Unterschiede, die wir aus geschäftlicher Sicht zwischen Primark und den anderen Segmenten sehen.

Welchen Einfluss hat die Stiftung der Weston-Familie im Hintergrund von ABF?
Durch diese finanzielle Struktur, auf der ABF mittlerweile fast 15 Jahre lang basiert, gewinnt unser Geschäft an Stabilität, weil wir unsere Geschäfte auf lange Sicht planen können.

Welchen Einfluss hat die Weston Foundation bei den Ethikstandards von ABF, vor allem nach dem verheerenden Fabrikeinsturz in Bangladesch vor einem Jahr?
Auch wenn George Weston den Konzern leitet, nimmt die Weston Foundation keinen direkten Einfluss auf das Geschäft von ABF. In unserer Geschichte haben wir eigene Werte entwickelt. Die kamen nicht von der Garfield Weston Foundation. Aber es gibt durchaus eine Erwartung bei ABF, unternehmerisch das Richtige in ethischer Hinsicht zu tun. Nach dem Fabrikeinsturz in Bangladesch gab es überhaupt keinen Zweifel bei ABF, wie wir reagieren sollten. Wir haben kurzfristige finanzielle Hilfe bereitgestellt, unabhängig davon, ob die Menschen für unsere Zulieferer oder andere gearbeitet haben. Und wir stehen bei der langfristigen finanziellen Wiedergutmachung für unsere Zulieferer, die in der zweiten Etage des Gebäudes haben arbeiten lassen, an der Spitze in der Branche. Das ist Teil unserer Unternehmenskultur, weshalb ich stolz bin, Teil dieses Unternehmens zu sein.

Trotzdem: Wie gefährdet werden die ethischen Standards durch die Billigstrategie von Primark?
Die Zulieferer arbeiten zu 98 Prozent auch für andere Marken, die zum Teil deutlich höhere Preise für ihre Waren verlangen. Die Strukturen im Textilhandel haben also nichts mit Primark zu tun, sondern mit der Situation für die gesamte Branche in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Die Industrie muss sehr hart daran arbeiten, damit die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter so gut sind wie möglich. Primark steht an der Spitze dieser Bewegung.

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„Das gleiche T-Shirt zu niedrigeren Preisen“

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