Abfalltrennung
DSD hält an Gelber Tonne fest

An der getrennten Erfassung verwertbarer Abfälle mit dem „Grünen Punkt“ will das Duale System Deutschland festhalten.

HB BONN. Es fehle bisher an Nachweisen, dass es ein besseres System geben könne, sagte der Vorstandschef des Unternehmens, Peter Zühlsdorff, am Dienstag in Bonn. Auch nach der Umstrukturierung des Dualen Systems, das inzwischen von dem amerikanischen Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) übernommen wurde und mehr unter Wettbewerbsdruck steht, werde ökologisch hochwertiges Recycling im Mittelpunkt stehen.

Mit den bevorstehenden neuen Regelungen zur Abfallbehandlung werde der Trend zur Beseitigung von Abfällen auch wieder gestoppt und die Verwertung wirtschaftlich attraktiver, sagte Zühlsdorff. Pläne für ein flächendeckend gemeinsames Erfassungssystem von Verpackungen und Restmüll gebe es nicht. Das wäre auch mit den Kommunen schwierig zu machen, die öffentliche Gebühren kassierten und vielfach längerfristige Verträge mit Müllverbrennungsanlagen hätten. Hier seien aber lokal optimierte Lösungen mit einer grau-gelben Tonne in Einzelfällen denkbar.

Durch das Sammeln, Sortieren und Verwerten von Verkaufsverpackungen wie Joghurtbecher oder Getränkekartons hat das Duale System nach Angaben von Zühlsdorff auch 2004 die Umwelt spürbar entlastet und die gesetzlichen Verwertungsvorgaben mehr als erfüllt. Pro Person seien 63 Kilogramm solcher Abfälle in die Gelben Tonnen oder Säcke geworfen worden - insgesamt 5,20 Mill. Tonnen. „Auch nach 15 Jahren Verpackungsrecycling in Deutschland ist bei der Mitmachbereitschaft der Bevölkerung keine Müdigkeit festzustellen.“ Vielmehr sei Mülltrennung für viele Menschen der wichtigste persönliche Beitrag zum Umweltschutz. Allerdings verzeichnete das Duale System auch 2004 wieder rund 30 % Fehlwürfe, also Abfälle ohne den „Grünen Punkt“.

Im Vergleich zur Neuproduktion von Verpackungen sind nach Angaben des Dualen Systems durch das Recycling der gesammelten Wertstoffe rund 73,2 Mrd. Megajoule Primärenergie eingespart worden. Umgerechnet könnte damit jeder der knapp 38 Mill. Haushalte in Deutschland rund 200 Mal im Jahr seine Wäsche in der Maschine waschen.

Zühlsdorff kündigte an, das Duale System werde über das Recycling von Verkaufsverpackungen hinaus neue Geschäftsfelder aufbauen. Dazu könnten Pfandlösungen für Einweggetränkeverpackungen sowie Selbstentsorgungsdienstleistungen gehören. „Wir werden versuchen, uns innerhalb von drei bei fünf Jahren als ein zukunftsfähiges Unternehmen zu präsentieren.“ Es sei davon auszugehen, dass KKR einen Börsengang anstrebe. Die Private-Equity-Gesellschaft ist über die Tochtergesellschaft Deutsche Umwelt Investment AG jetzt Alleineigentümer des Dualen Systems.

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