Abfindungspakete
British Airways beschleunigt Stellenabbau

Europas drittgrößte Fluggesellschaft British Airways (BA) lichtet das Management weiter aus. Das Unternehmen kündigte am Freitag an, es werde bis zu 2 000 Managern Abfindungspakete anbieten. Mindestens 300 sollen das Angebot bis zum Jahresende annehmen.

HB LONDON. Vorstandschef Willie Walsh warnte, dass sich die Pleitenserie in der Branche fortsetzen werde. Er reagiert darauf mit der Bildung einer Dreier-Allianz mit Iberia und American Airlines. Die Widerstände gegen diese Pläne wachsen allerdings.

„Wir befinden uns in dem schlimmsten Geschäftsumfeld, das die Branche je gesehen hat“, sagte ein BA-Sprecher. Darum müsse man alles tun, um die Kosten zu senken. BA hatte Ende März gut 45 000 Beschäftigte. Walsh hat seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren bereits kräftig an der Kostenschraube gedreht. Unter anderem hat er bereits die Hälfte des Top-Managements und ein Drittel der mittleren Führungsebene nach Hause geschickt. Doch ein Anstieg der Treibstoffkosten um rund die Hälfte im laufenden Geschäftsjahr setzt BA wie der gesamten Branche hart zu.

Walsh rechnet darum mit einem weiteren Verdrängungswettbewerb in der Branche. Die Pleitenwelle werde sich ungebremst fortsetzen, sagte er in britischen Medien voraus. Parallel zum Kostensenken arbeitet Walsh derzeit an der im Juli angekündigten Dreier-Allianz mit der spanischen Iberia und der größten US-Fluggesellschaft American Airlines (AA). Mit Iberia will BA fusionieren, mit AA und weiteren Bündnispartnern künftig im Transatlantikverkehr so eng wie möglich zusammenarbeiten. Doch bei beiden Projekten hat er noch einige Widerstände zu überwinden.

Erzkonkurrent Virgin Atlantic kündigte am Freitag eine massive Kampagne gegen eine engere Kooperation von BA und AA an. Die US-Regierung dürfe niemals eine kartellrechtliche Ausnahmegenehmigung dafür erteilen, forderte Virgin-Gründer Richard Branson. Er will seine Jets mit der Parole „No Way BA/AA“ lackieren und Millionen für eine PR-Kampagne ausgeben. Den beiden US-Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama hat er sein Anliegen schon vorgetragen. BA wies das umgehend als „heuchlerische Panikmache“ und „absichtliche Irreführung“ zurück.

Ärger droht offenbar auch in den Verhandlungen mit Iberia. Die spanischen Aktionäre haben sich laut Reuters verständigt, für einen größeren Anteil an der neuen Holding aus BA und Iberia zu kämpfen. Nach Analystenschätzungen müsste eine neutrale Bewertung beider Firmen BA einen Anteil von rund zwei Dritteln an der Holding einbringen.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom
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