About You-Chef Tarek Müller
„Bei Mode sind wir besser als Zalando oder Amazon“

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„Das ist peinlich für Deutschland“

Der Sohn von Otto-Eigner Michael Otto, Benjamin Otto, ist vor einigen Monaten aus der Collins-Geschäftsführung ausgeschieden, um in den Aufsichtsrat zu wechseln. Hat Collins damit in der Otto-Gruppe ein schlechteres Standing?
Nein. Eher im Gegenteil: Weil unser Umsatz wächst, werden wir immer wichtiger in der Gruppe. Benjamin Otto informiert sich als Beiratsvorsitzender weiterhin regelmäßig und steht uns als Sparringspartner zur Verfügung

Sie selbst sind auch außerhalb des Unternehmens in der Tech-Szene bekannt. Wie wichtig ist es, das Unternehmen etwa auf Konferenzen nach außen zu vertreten?
Ich falle wahrscheinlich auf, weil ich die ausgefallenste Frisur in unserer Geschäftsführung habe und für die Kommunikation zuständig bin. Aber unsere Geschäftsführung besteht aus drei gleichberechtigten Mitgliedern: Hannes Wiese, Sebastian Betz und mir. Vielen geht es in der Startup-Szene bei öffentlichen Auftritten natürlich darum, Investoren zu überzeugen. Das brauchen wir ja nicht. Aber die mediale Präsenz ist uns wichtig, um gute Leute zu bekommen. Junge Leute wollen nach der Uni einen Arbeitgeber im Lebenslauf haben, der bekannt ist. Und ein gutes Team ist für uns entscheidend. Erfolgreiche Investoren würden ihr Geld auch eher einem A-Klasse-Team mit einer B-Idee geben als einem B-Team mit einer A-Idee.

Hier im Konferenzraum steht ein Flipchart mit einer Bilanzrechnung. Ist das Ihre?
Nein, das ist aus einer Schulung. Wir bieten unseren Mitarbeitern Workshops an, damit sie verstehen, wie man eine Bilanz aufstellt und wie Excel funktioniert. Es ist einfacher, einem Techie BWL-Verständnis beizubringen als einem BWLer Technik-Verständnis.

Warum ist das nötig?
Wir priorisieren alle Projekte danach, welchen wirtschaftlichen Beitrag sie liefern. Um das leisten zu können, müssen alle Mitarbeiter verstehen, wie unser Geschäftsmodell funktioniert. Dafür muss man eine Bilanz verstehen und wissen, welche Kennzahlen entscheidend sind.

Wie steht es um das betriebswirtschaftliche Wissen Ihrer Bewerber?
Oft nicht gut. Es ist traurig, dass man Bilanzlesen nicht in der Schule lernt, dafür aber alles Mögliche, den man in drei Sekunden im Internet abfragen kann. Das ist peinlich für Deutschland. Wirtschaft gehört auf den Stundenplan. Ebenso Informatik. Das müsste die zweite Fremdsprache nach Englisch sein.

Herr Müller, vielen Dank für das Interview.

Kommentare zu " About You-Chef Tarek Müller: „Bei Mode sind wir besser als Zalando oder Amazon“"

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  • Jetzt bin ich gaaanz sachlich und habe eine Anmerkung.
    Es könnte sehr gut möglich sein, dass bei anderen Artikel die Freigabe der Kommentarfunktion richtig gut ankommen würde.

  • Wann wird ihre Redaktion dann mal sachlich und unabhängig und nicht voreingenommen und abhängig.

  • Amazon war schon immer besser als Amazon (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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