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Conergy ringt mit Altlasten

Die Aktie von Conergy war zuletzt zum Spielball an der Börse geworden. Die harten Zahlen, die heute auf der Bilanzpressekonferenz vorgelegt wurden, machten die Verunsicherung genauso wenig wett wie die Aussagen zur Zukunft.

FRANKFURT. Die Krise auf dem Solarmarkt hat Conergy fest im Griff. Nach einem Umsatzeinbruch von 70 Prozent im Auftaktquartal hat Vorstandschef Dieter Ammer keine Hoffnung auf eine Erholung im weiteren Jahresverlauf. „2009 wird ein sehr schwieriges Jahr“, sagte er gestern in Frankfurt. Verantwortlich machte der frühere Tchibo-Chef die Zurückhaltung der Banken bei der Finanzierung von Solarprojekten. Erst für 2010 erwartet er eine deutliche Erholung.

Die Schwierigkeiten bei dem Hamburger Unternehmen sind aber vor allem hausgemacht. Auch 18 Monate nach seinem Amtsantritt als Vorstandsvorsitzender hat Ammer das Kernproblem nicht in den Griff bekommen: Noch immer schreibt die Solarfabrik in Frankfurt an der Oder rote Zahlen. Zum Umfang machte der Manager zwar keine Angaben. Nach Informationen des Handelsblatts arbeitet das Werk aber bestenfalls bei einer Vollauslastung rentabel. Zuletzt war die Fabrik nur zu einem Fünftel ausgelastet.

Conergy hatte im November 2006 unter dem früheren Vorstandschef Hans-Martin Rüter das Prestigeprojekt an der polnischen Grenze angestoßen, bekam die Produktionsprozesse aber nicht in der Griff. Ursprünglich sollte die 250 Mio. Euro teure Fabrik Anfang 2008 vollständig arbeitsbereit sein. Aber noch immer muss die von Ammer ausgetauschte Werksleitung an den Prozessen feilen.

Ein Mühlstein um den Hals von Conergy ist der von Rüter und Ammer ausgehandelte Vertrag mit dem US-Waferlieferanten MEMC, der ein Volumen von vier Mrd. Dollar hat. Die darin vereinbarten Siliziumpreise liegen deutlich über dem aktuellen Marktniveau.

Nachdem Verhandlungen mit MEMC über einen Preisnachlass gescheitert sind, holt Ammer nun zum Befreiungsschlag aus. Vor einem New Yorker Gericht fechtet Conergy den Vertrag an. Einige Klauseln seien rechtswidrig und damit der Vertrag unwirksam, argumentiert Ammer.

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