Absatz steigt

Siegeszug des fast alkoholfreien Biers

Nicht immer, aber immer öfter: Die deutschen Brauer haben 2013 fast fünf Millionen Hektoliter alkoholfreies Bier verkauft. Tendenz steigend. Ganz ohne Alkohol geht es aber nicht – was künftig auch auf dem Etikett steht.
Update: 05.06.2014 - 11:14 Uhr Kommentieren
Besonders körperbewusste Sportler greifen vermehrt zum alkoholfreien Bier. Quelle: dpa

Besonders körperbewusste Sportler greifen vermehrt zum alkoholfreien Bier.

(Foto: dpa)

BerlinAlkoholfreies Bier wird immer beliebter: Der Absatz im vergangenen Jahr stieg um zwölf Prozent, wie der Deutsche Brauer-Bund (DBB) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Demnach verkauften die Brauereien hierzulande 4,8 Millionen Hektoliter alkoholfreies Bier – dies entspricht rund fünf Prozent der gesamten Bierproduktion in Deutschland. „Wir sind zuversichtlich, in diesem Jahr die Fünf-Millionen-Marke zu überschreiten“, erklärte DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. Die deutschen Brauer seien weltweit führend bei der Herstellung alkoholfreier Biere.

Der Brauerbund betonte, dass auch alkoholfreie Biere nach dem seit Jahrhunderten geltenden Reinheitsgebot gebraut würden und ausschließlich aus natürlichen Zutaten bestünden. Sie enthalten aber weniger Kalorien. Laut Eichele setzte der Absatz-Boom 2008 ein. Zuvor hatte dieser jahrelang bei rund 2,3 Millionen Hektoliter gelegen.

Wo das Bier zuhause ist
Revellers drink beer from a giant glass on the second day of the San Fermin festival in Pamplona
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Platz 10 - Spanien - 32,7 Millionen Hektoliter Bierausstoß im Jahr 2013

Manchem Deutschen dürfte das spanische Bier noch aus dem Sommerurlaub bekannt sein. Obwohl der heimische Wein hervorragend ist, sind auch die Spanier dem Bier nicht abgeneigt. Die bekanntesten Marken der iberischen Halbinseln sind San Miguel, Damm und Cruzcampo. (Quelle: Barth-Haas-Group)

WM 2006 - Polnische Fans in Hannover
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Platz 9 - Polen - 39,6 Millionen Hektoliter

Nicht nur Fußballfans in Polen genießen das heimische Bier. Die polnischen Biersorten Lech, Tyskie und Zywiec sind auch in Deutschland längst keine Unbekannten mehr.

Barmaid pulls a pint in a pub in central London
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Platz 8 - Großbritannien - 42,4 Millionen Hektoliter

Auch wenn Bier aus England nicht den besten Ruf in Deutschland genießt: Die britische Insel gehört zu den führenden Biernationen. Auch wenn die berühmteste Brauerei Scottish & Newcastle schon seit 2008 in ausländischem Besitz. Besonders erfolgreich auf der britischen Insel sind die Großbrauereien Heineken, Carlsberg und Inbev.

To match story JAPAN-BEER/
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Platz 7 - Japan - 57,2 Millionen Hektoliter

Die neuste Erfindung in Japan: Frozen Bier. Ohnehin haben die Bierkreationen in Fernost nicht viel mit dem deutschen Reinheitsgebot am Hut. Beliebt sind die japanischen Biere trotzdem. Die bekanntesten japanischen Marken sind Asahi und Kirin.

A man drinks a Corona beer at a bar in Cancun
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Platz 6 - Mexiko - 82,5 Millionen Hektoliter

Der Bierausstoß des südlichen Nachbarn der USA ist zwar nur geschätzt, weil offizielle Statistiken nicht vorliegen. Doch die Schätzung katapultiert die Mexikaner locker in die Top Ten. Das mexikanische Bier Corona ist auch in Deutschland beliebt - mit Limette im Flaschenhals.

Russia May Day
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Platz 5 - Russland - 88,6 Millionen Hektoliter

"Na sdorowje" - die Russen sind für ihre Trinkfestigkeit weltberühmt. Doch das hat einen ernsten Hintergrund. In einigen Regionen Russland ist der Alkoholismus zum sozialen Problem geworden. Präsident Putin (rechts) hat eine Gegenoffensive angekündigt. Der Bierabsatz ging im vergangenen Jahr tatsächlich massiv zurück. Marktführer in Russland sind die lokalen Marken von Carlsberg mit einem Anteil von 38 Prozent.

Fruehling im Biergarten
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Platz 4 - Deutschland - 94,36 Millionen Hektoliter

"O'zapft is!" Trotz aller Tradition kommt der Bierdurst der Deutschen langsam zum erliegen. Die Brauereien klagen über sinkenden Absatz. Die Furcht vor weiteren Übernahmen wächst. Bezeichnend, dass die Billigbiermarke Oettinger seit Jahren das beliebteste Bier des Landes ist. Ebenfalls stark: Radeberger, Inbev und Bitburger.

Was viele Verbraucher nicht wissen, aber künftig erfahren: Auch alkoholfreies Bier enthält zumindest Restalkohol. Der DBB hat sich jetzt mit Verbraucherschützern darauf geeinigt, auf diesen künftig hinzuweisen. Ab 2015 soll die Erläuterung „< 0,5% vol.“ oder eine ähnliche Formulierung auf den Etiketten stehen. „Die Angabe des Restalkohols greift die Erwartung der Verbraucher auf“, sagte Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Nach Angaben der Verbraucherschützer gehen bislang 70 Prozent der Konsumenten davon aus, dass alkoholfreies Bier gar keinen Alkohol enthält.

  • afp
  • chk
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