ADAC Ein Automobilklub reformiert sich

Jeder vierte Deutsche ist ADAC-Mitglied. Nach den Skandalen startet der größte Verein der Republik im Januar in neuer Aufstellung. Das Echo ist positiv. In Kürze erwartet Präsident Markl eine weitere gute Nachricht.
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Der runderneuerte Automobilklub plant einen frischen Start. Quelle: dpa
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Der runderneuerte Automobilklub plant einen frischen Start.

(Foto: dpa)

MünchenDrei Jahre nach den Manipulationen beim Autopreis Gelber Engel steht die Reform des ADAC jetzt vor dem Abschluss. Am 1. Januar nehmen die vom Verein getrennte Aktiengesellschaft und die neue Stiftung ihre Arbeit auf. Transparency-Deutschland-Chefin Edda Müller lobt: „Ich sehe den ADAC auf dem richtigen Weg.“ Sogar die Konkurrenz äußert sich wohlwollend: Der ADAC habe sich geöffnet, „wir arbeiten stärker zusammen“, sagt Anja Smetanin, Sprecherin des grünen Verkehrsclubs VCD.

Im laufenden Jahr ist Deutschlands größter Verein auch wieder kräftig gewachsen: 19,6 Millionen Mitglieder zählt er heute - über eine halbe Million mehr als vor der Krise. Der Ruf des ADAC sei fast wiederhergestellt, sagt Club-Präsident August Markl. „Wir sind als Gesprächspartner wieder gefragt.“ Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) berief Markl zusammen mit Forschern, Juristen und einem Bischof in die Ethikkommission für autonomes Fahren.

„Gefahr durch Kamele auf der Fahrbahn“
Balkon auf der A25
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Gemütlich einrichten wollte es sich vielleicht ein Fahrer auf der Autobahn 25 bei Hamburg. Der ADAC meldete hier „Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn“. Dahinter verbargen sich nicht Objekte wie Stühle, Kochtöpfe oder ein Gummihammer - in diesem Falle lag ein Balkon auf der Autobahn. Wie massiv er war, blieb unklar.

Cabriodach auf der A45
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Oben ohne war das Motto auf der A45 bei Hagen. Hier fanden die Pannenhelfer ein Cabriodach auf dem rechten Fahrstreifen. Ganz ohne hieß es dagegen auf der A57 bei Neuss. Dort musste die Polizei einen Nackten einfangen. Die Autos stauten sich auf vier Kilometern.

Nickerchen auf der A5
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Mehrere Lastwagenfahrer nutzten einen Stau auf der A5 bei Rastatt in Baden-Württemberg für ein Nickerchen - und brockten anderen Fahrern einen noch längeren Stau ein. Zwar hätte der Verkehr zwei Stunden nach einem Unfall wieder rollen können, doch manche Lkw-Fahrer waren so tief eingenickt, dass die Polizei sie wachrütteln musste. Dieses Foto zeigt die A 14 bei Halle (Saale).

Streusalz und Schafe
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Spazierengehen auf der Fahrbahn fand eine Schafherde in Rheinland-Pfalz zu langweilig. Stattdessen trieb sie der Hunger auf die Landstraße bei Bernkastel. Die etwa 25 Schafe leckten dort das Streusalz von der Fahrbahn. Dieses Foto zeigt eine Wiese nahe Meiningen an der A71.

Spinne im Wagen
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Aus Furcht vor einer Spinne im Auto krachte in Ludwigshafen ein Autofahrer in eine Leitplanke. Das Tier hatte sich während der Fahrt vor den Augen des Mannes an einem Faden von der Autodecke herabgelassen. Die Spinne entkam.

Kraftlose Taube
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Schlapp war auch eine Taube im hessischen Schlitz. Sie machte auf der Bahnhofstraße eine Bruchlandung. Eine Frau erbarmte sich und erfrischte die Taube mit Trinkwasser. Der Vogel hob ab, der Stau löste sich auf.

Sau vor dem Stau
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Die große Freiheit vermutete ein Ferkel bei Bruchsal in Baden-Württemberg auf der A5. Es türmte aus einem Tiertransporter. Auch eine trächtige Sau auf der A66 bei Hanau nutzte die Gunst der Stunde und hüpfte aus einem falsch verschlossenen Anhänger. Schweineunfälle passieren immer wieder, so wie hier auf der Autobahn 92 bei Unterschleißheim.

Der 68-jährige Arzt treibt den Umbau des Vereins seit dem Abgang seines Vorgängers Peter Meyer 2014 entschlossen voran. Natürlich sei es zunächst eine Katastrophe gewesen. Aber „die Reform des Clubs war überfällig. Wir mussten uns modernisieren und haben die Chance genutzt.“

Lange hatte der ADAC Verbraucherschutz, Vereins- und Wirtschaftsinteressen vermischt - deswegen steht der Vereinsstatus samt Steuervorteilen und Ehrenamt auf der Kippe. Aber nun sind die Aufgaben getrennt.

Ab Januar firmieren die ADAC-Versicherungen samt Kreditkartengeschäft, Autovermietung und Verlag als Aktiengesellschaft mit eigenem Vorstand. Im vergangenen Jahr machte der Konzern 1,2 Milliarden Euro Umsatz und 86 Millionen Euro Gewinn. Dieses Jahr ist ähnlich gut gelaufen. Das Versicherungsgeschäft dürfte weiterhin erfolgreich bleiben, sagt Markl.

Ein Viertel der Aktien hält die neu gegründete gemeinnützige ADAC-Stiftung, die sich um Luftrettung und Verkehrserziehung kümmert. Drei Viertel hält der Verein, der mit fast einer Milliarde Euro Beitragseinnahmen seine Pannenhilfe, den Mitgliederservice, die Verbraucherschutz- und Lobbyarbeit finanziert.

Das Amtsgericht München prüft den Vereinsstatus noch. Lippenbekenntnisse reichen dem Gericht nicht: Es „hat uns klar signalisiert, dass wir zunächst Reform vollständig abschließen und in den neuen Strukturen operativ arbeiten müssen, bevor es eine Entscheidung gibt“, sagt der Vereinschef. Er hofft auf positive Nachricht in den nächsten Monaten.

Auch innen ist alles neu
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