ADAC rät zum frühzeitigen Buchen
Autovermieter freuen sich auf Bahnstreik

Fahrzeugflotten aufgestockt, Sonderpreis eingeführt, Mitarbeiter geschult: Die Mietwagenfirmen in Deutschland sind für einen möglichen Lokführerstreik bei der Bahn gerüstet.

HB MÜNCHEN. Bei den meisten großen Autovermietern wie Europcar, Sixt, Avis oder Budget halten sich vorsorgliche Anfragen besorgter Bahnkunden derzeit noch in Grenzen, wie eine AP-Umfrage ergab. „Im Streikfall rechnen wir aber mit einer deutlich höheren Nachfrage, vor allem von Reisenden, die bis zu 300 Kilometer überbrücken müssen“, betont Philippe Guyot, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Europcar.

Der ADAC empfiehlt Urlaubern und Bahnkunden, die auf Nummer sicher ankommen wollen oder müssen, sich frühzeitig um einen Mietwagen zu kümmern. Die Kontingente im erschwinglichen Klein- und Mittelklassebereich seien trotz aller Vorsorge der Mietwagenfirmen nicht unerschöpflich, erläutert ADAC-Sprecherin Katrin Müllenbach. Im Übrigen bestimme die Nachfrage erfahrungsgemäß den Preis. „Rabatte, die es jetzt bei einigen Tagen Vorlauf häufig noch gibt, sind bei kurzfristigen Reservierungen meist nicht mehr drin“, gibt auch Stefanie Laube vom Online-Vergleichsportal billiger-mietwagen.de zu bedenken.

So gut wie alle Autovermieter haben am Dienstag bereits begonnen, bundesweit ihre Wagenflotten großräumig zu verschieben: An den Mietstationen rund um die Bahnhöfe und in den Zentren größerer Städte wird die Fahrzeugzahl aufgestockt, in weniger frequentierten Lagen dafür heruntergefahren. „Wir checken ständig unsere Flottensituation, um gewappnet zu sein“, sagt Judith Skondo von Avis. Die Mitarbeiter seien auf mehr Kundschaft vorbereitet und entsprechend geschult worden. Angebote im Klein- und Mittelklassewagenbereich seien noch genügend da.

Auch beim Münchner Mitbewerber Sixt wird umrangiert. Trotzdem gibt sich Firmensprecher Jens Heinen betont gelassen: „Wir hatten bei den kurzen Warnstreiks vor einigen Wochen schon Gelegenheit zu üben.“

Die Konkurrenz von Europcar hat sich schon jetzt auf einen längeren Ausstand der Lokführer eingestellt. Der Anbieter hält nach Angaben von Geschäftsführer Guyot rund 1 000 Fahrzeuge zusätzlich zum normalen Kontingent bereit. Urlauber und Zugpassagiere, die bei einem möglichen Bahnstreik nicht mehr vom Fleck kommen, sollen in Bahnhofsnähe innerhalb kürzester Zeit eine Alternative zur Weiterfahrt geboten kriegen - speziell an Großbahnhöfen entlang der Nord-Süd-Achse zwischen Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart und München. Bei einem längeren Streik würde die Autovermietung profitieren, ist Geschäftsführer Guyot überzeugt.

Während Europcar vorprescht und mit einem Sonderpreis für seine Kleinwagen auf Kundenfang geht, wollen die Konkurrenten an ihren üblichen Tarifen festhalten. „Bei uns gibt es keine Preisänderungen, weder nach unten noch nach oben“, betont Sixt-Sprecher Heinen. Auch der Billiganbieter Budget will „das normale Geschäft mit den normalen Tarifen“ weiterführen, wie Sprecher Andreas Moseke erklärt.

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