Adecco hält sich weiter bedeckt
Die Parmalat-Methode macht Schule

Die Verschiebung der Bilanzvorlage des weltgrößten Personalvermittlers Adecco schürt die Ängste der Anleger vor einem neuen Bilanzskandal. Kein Wunder: Das Vorgehen der Schweizer erinnert fatal an die Bilanztricksereien bei Parmalat. Auch bei Adecco wurde der Wirtschaftsprüfer nicht wirklich ausgewechselt.

DÜSSELDORF. Was steckt hinter der alarmierenden Ankündigung von Adecco, die Vorlage des Jahresabschlusses auf unbestimmte Zeit zu verschieben? Es sei „nicht zu erwarten, dass zu dem ursprünglich geplanten Termin das Testat der Wirtschaftsprüfer“ komme, heißt es in der dürren Mitteilung des Zeitarbeitsunternehmens. Die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2003 war ursprünglich für den 4. Februar geplant gewesen. Der Hinweis auf zu lösende Fragen der „Buchhaltung und Kontrolle“ lässt nichts Gutes erwarten. Die Wirtschaftsprüfer des Unternehmens waren gestern zu einer Stellungnahme nicht bereit.

Geprüft wurden die Zahlen von Adecco von der internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Sie verweist auf die gesetzliche Verschwiegenheitspflicht, die den Prüfern auferlegt ist, und nimmt zu den Vorgängen keine Stellung. Nur das Mandat wird bestätigt; diese Äußerung hat Adecco offensichtlich erlaubt.

Ernst & Young hat ihre Aufgabe bei den Zeitarbeitern im August 2002 übernommen, nachdem sich die Hauptversammlung von Adecco noch im April für Arthur Andersen entschieden hatte. Doch diese Prüfungsgesellschaft ging in den Folgen des Enron-Skandals unter, weil ihr vorgeworfen wurde, die Finanzmanipulationen des Energiehändlers nicht aufgedeckt und während der Ermittlungen im großen Stil Unterlagen vernichtet zu haben.

Dennoch blieb Adecco in denselben Händen: Der Verantwortliche für die Prüfung, Mike Sills, wechselte einfach von Arthur Andersen zu Ernst & Young. Sills hatte bereits von 1999 an die Einzelabschlüsse geprüft und dann vom Jahr 2000 an die des gesamten Konzerns - Parmalat lässt grüßen. Auch dort wurde zwar ordnungsgemäß die Prüfungsgesellschaft gewechselt. Tatsächlich blieben die Wirtschaftsprüfer aber dieselben.

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