Adidas: Fußball-EM soll den Gewinn anschieben

Adidas
Fußball-EM soll den Gewinn anschieben

Adidas erwartet im laufenden Jahr dank der Fußball-EM und verstärkter Werbeaktivitäten ein kräftiges Wachstum. Für 2015 sollen die Aktionäre eine Dividende von 1,60 Euro je Aktie erhalten, zehn Cent mehr als zuletzt.

HerzogenaurachDer scheidende Adidas-Chef Herbert Hainer verordnet sich und seinem Nachfolger Kasper Rorsted auch im laufenden Jahr niedrige zweistellige Wachstumsraten bei dem Sportausrüster. Dank der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich und verstärkter Werbeaktivitäten sollen die Konzernerlöse um zehn bis zwölf Prozent zulegen, wie Adidas am Donnerstag im fränkischen Herzogenaurach mitteilte. Wechselkurseffekte sind dabei herausgerechnet.

Im abgelaufenen Jahr stieg der Umsatz währungsbereinigt um zehn Prozent. Die Olympischen Spiele, die dem Umsatz traditionell nicht unmittelbar ankurbeln, sollen im Sommer zumindest die Aufmerksamkeit auf die Marke mit den drei Streifen lenken.

Beim Gewinn strebt Adidas 2016 ebenfalls einen Anstieg um zehn bis zwölf Prozent auf rund 800 Millionen Euro an. Der Konzern, der für Umsatz und Gewinn bereits zweistelliges Wachstum angekündigt hatte, präzisierte damit anlässlich der Bilanzvorlage seine Prognose. Für 2015 hatte der Sportausrüster bereits wesentliche Zahlen veröffentlicht und ein Gewinnwachstum von zwölf Prozent auf 720 Millionen Euro bekannt gegeben. Die Anteilseigner sollen eine Dividende von 1,60 Euro je Aktie erhalten. Das sind zehn Cent mehr als zuletzt und in etwa so viel, wie Branchenexperten erwartet haben.

Angesichts zunehmender Kosten will Adidas keine Steigerung der Profitabilität versprechen: Die operative Marge werde „mindestens stabil gegenüber dem Vorjahr bleiben“, kündigte Hainer an. Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte herausgerechnet, lag die Rendite im vergangenen Jahr bei 6,5 Prozent. Wie anderen Sportausrüstern bläst Adidas durch den starken Dollar und steigende Lohnkosten in Asien der Wind ins Gesicht: Ein Großteil der Sportartikel wird von Zulieferern in dieser Region gefertigt und in Dollar bezahlt.

Auch für Werbung geben die Herzogenauracher im Kampf mit Nike und anderen Rivalen mehr aus. Die Marketinginvestitionen stiegen im vergangenen Jahr auf 13,9 Prozent des Umsatzes, das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. So kamen zu den von Adidas gesponsorten Fußballclubs im vergangenen Jahr Manchester United und Juventus Turin hinzu.

Über das Schicksal seines angeschlagenen Golf-Geschäfts will Adidas bis Monatesende entscheiden. „Diese strategische Überprüfung soll bis zum Ende des ersten Quartals 2016 abgeschlossen sein"“ sagte Hainer. Das einst boomende Geschäft des Branchenriesen Taylor Made - Adidas Golf war eingebrochen, weil vor allem immer weniger Amerikaner der ehemaligen Trendsportart nachgehen. Adidas hat sich auch einen Verkauf des defizitären Unternehmensteils offengehalten. Hainer sagte nun, die Sanierung verlaufe plangemäß und solle in diesem Jahr signifikante Margen- und Ergebnisverbesserungen in der Sparte bewirken.

Der langjährige Adidas-Chef Hainer wird die Konzernführung zum 1. Oktober nach der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen an den bisherigen Henkel -Boss Rorsted abgeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%