Adidas
Rekordzahlen zum Abschied

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit dreht Adidas-Chef Herbert Hainer noch einmal so richtig auf. Der Konzernlenker erhöht die Jahresprognose und gibt dem Aktienkurs damit einen kräftigen Schub.

MünchenNur noch zwei Monate, dann ist endgültig Schluss: Ende September tritt Adidas-Chef Herbert Hainer ab. Nach mehr als 15 Jahren an der Spitze des größten europäischen Turnschuh-Herstellers. Ehe er geht, lässt es der Manager noch einmal so richtig krachen: Am Donnerstagmorgen hat der 62-Jährige überraschend positive Quartalszahlen vorgelegt. Mehr noch: Hainer hat die Jahresprognose nach oben geschraubt.

So legte der Umsatz im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zu. Der Überschuss verdoppelte sich im fortgeführten Geschäft auf 291 Millionen Euro. Dabei profitiert Adidas von einem vorzeitig beendeten Sponsoring-Vertrag mit dem englischen Fußballklub Chelsea. Die Abmachung erhöhe den Gewinn um einen mittleren bis hohen zweistelligen Millionenbetrag, teilte der Konzern mit.

Für das laufende Jahr verspricht Hainer nun einen währungsbereinigten Umsatzanstieg um bis zu 19 Prozent statt 15 Prozent wie bisher. Der Gewinn soll sogar um bis zu 39 Prozent auf rund eine Milliarde Euro zulegen. Bisher hatte Hainer ein Plus von 25 Prozent in Aussicht gestellt. Es ist bereits das zweite Mal, dass der Unternehmenslenker dieses Jahr seine Prognose erhöht.

Hainers Botschaft ist eindeutig: Seht her, ich hinterlasse ein glänzend bestelltes Haus! „Wir freuen uns sehr, dass unsere Marken so hervorragend bei den Konsumenten ankommen“, sagte Hainer am Donnerstag. Anfang Oktober übernimmt der bisherige Henkel-Chef Kasper Rorsted die Verantwortung. Der Däne verstärkt den Vorstand bereits vom kommenden Montag an und hat dann zwei Monate Zeit, sich einzuarbeiten.

Details zu den Quartalszahlen will Hainer erst in der kommenden Woche nennen. Doch schon in den vergangenen Quartalen war es vor allem der sportliche Lifestyle, mit dem Adidas zusätzliche Kunden gelockt hat. Das zeigt, dass die Designer der Marke mit den drei Streifen ein gutes Gespür für die aktuellen Trends haben. Außerdem dürfte Adidas von Mai bis Ende Juni von der Fußball-EM in Frankreich profitiert haben.

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