Adidas setzt Nike zu
Konkurrenzkampf der Sportkonzerne

Nike hat die Erwartungen der Analysten im jüngsten Quartal erfüllt. Doch ausgerechnet auf dem Heimatmarkt USA schrumpft das Geschäft des weltgrößten Turnschuh-Herstellers. Das liegt vor allem am deutschen Rivalen Adidas.
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MünchenEs klingt fast schon trotzig: „Nike ist ein Wachstumsunternehmen“ lautet die Schlagzeile auf der Investor-Relations-Homepage des weltgrößten Sportschuhherstellers. Gerade so, als müsste das den Investoren immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden.

Im abgelaufenen ersten Quartal des Geschäftsjahrs (zum 31. August) ist Nike den eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden. Der Umsatz der meistverkauften Sportmarke der Erde stagnierte bei rund 9,1 Milliarden Euro, umgerechnet 7,7 Milliarden Euro. Damit hat Vorstandschef Mark Parker die Erwartungen der Analysten erfüllt - mehr aber auch nicht.

Adidas prescht dynamischer vor

Denn ausgerechnet auf dem Heimatmarkt Amerika schrumpfte das Geschäft. Der Umsatz in der Region lag bei gut 3,9 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro), drei Prozent weniger als im Vorjahr. Auf dem wichtigsten Sportmarkt der Welt liegt das Label mit dem berühmten „Swoosh“-Logo damit zwar unangefochten vorne.

Aber der deutsche Rivale Adidas ist in den USA derzeit sehr viel dynamischer unterwegs. Die Marke mit den drei Streifen steigerte ihren Umsatz in Nordamerika im zweiten Quartal um fast 30 Prozent auf gut eine Milliarde Euro.

Positiv überrascht hat die Analysten aber der Gewinn der börsennotierten Firma aus Oregon. Der Überschuss im Quartal ist zwar um rund ein Viertel auf 950 Millionen Dollar gefallen. Das lag dem Unternehmen zufolge unter anderem an einem kräftigen Personalabbau im vergangenen Quartal sowie an Investitionen in den Direktvertrieb. Doch die Banker hatten mit einem weit größeren Minus gerechnet.

Dass der Konzernumsatz trotz des schwachen US-Geschäfts nicht schrumpfte, ist vor allem den Chinesen zu verdanken, die beherzt zu den Schuhen und Shirts der Marke gegriffen haben. Auch in anderen Schwellenländern und in Europa zogen die Erlöse an. Einen regelrechten Einbruch musste dagegen die Tochter Converse hinnehmen. Die Einnahmen der Sportmodemarke stürzten um 16 Prozent auf 483 Millionen Dollar ab.

Nike-Chef Parker hat dem Unternehmen einen tiefgreifenden Umbau verordnet. Sein oberstes Ziel: schneller werden. Neue Turnschuhe, Shirts und Shorts sollen bald wesentlich zügiger entstehen als bisher. Zudem will er seine Marketingmittel zielgerichteter einsetzen. Dabei orientiert sich der Manager am Rivalen Adidas. Die Franken haben schon vor zwei Jahren beschlossen, sich auf einige Metropolen weltweit zu fokussieren.

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