Adidas und der DFB
„Wir haben nie eine Milliarde angeboten“

Für Adidas-Chef Herbert Hainer ist es nur eine Frage von Monaten, bis Adidas seinen Vertrag mit dem DFB verlängert. Allerdings gibt es auch für den fränkischen Sportkonzern auch bei der Nationalelf Grenzen.

MünchenDeutschlands größter Sportkonzern ist fest entschlossen, die jahrzehntelange Partnerschaft mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) fortzusetzen. „Wir wollen mit dem DFB verlängern“, sagte Adidas-Chef Herbert Hainer am Rande des Champions-League-Spiels zwischen dem FC Bayern und Zagreb am Dienstagabend. Es sei sehr wahrscheinlich, dass ein neuer Vertrag im nächsten halben Jahr unterschrieben werde.

Die deutsche Nationalmannschaft auszurüsten sei für Adidas eine Herzensangelegenheit, unterstrich Hainer. Allerdings sei er nicht bereit, dafür jeden Preis zu bezahlen: „Es gibt eine Schmerzgrenze.“ Die „Bild“-Zeitung hatte jüngst spekuliert, über zehn Jahre könne Adidas womöglich eine Milliarde Euro auf den Tisch legen. Das sei viel zu viel, meinte Hainer. „Wir haben nie eine Milliarde angeboten.“

Gleichwohl ist klar, dass die Kooperation mit dem DFB für Adidas enorm wichtig ist. Schon beim aktuellen Vertrag, der bis 2018 läuft, hatte Erzrivale Nike intensiv mitgeboten. Dem Vernehmen nach zeigte sich der Weltmarktführer aus den USA sogar bereit, über zehn Jahre insgesamt 500 Millionen Euro auf den Tisch zu legen – doppelt so viel im Jahr wie Adidas. Allerdings war der Vertrag mit Adidas laut einem Schiedsgericht zuvor bereits verlängert worden.

Bei den neuen Verhandlungen dürfte der DFB nun wieder mit den Amerikanern gesprochen haben. „Natürlich hat Nike eine ehrliche Chance“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach kürzlich. Andere Konkurrenten wie Puma oder Under Armour kommen kaum als Ausrüster des größten Fußballverbands der Welt in Frage, weil sie weder die nötigen Mittel haben noch das weltweite Vertriebsnetz von Adidas und Nike.

Dass Adidas indes eine Milliarde in zehn Jahren hinblättert, ist nicht zu erwarten. Das entspräche 100 Millionen Euro im Jahr und wäre damit sogar noch etwas mehr, als Adidas Manchester United überweist. Der Unterschied: Mit dem englischen Spitzenklub kann die Marke permanent verdienen. Die Nationalmannschaften sorgen hingegen nur dann für Umsatz, wenn große Turniere stattfinden, also Europa- oder Weltmeisterschaften.

Einen Schritt weiter ist Adidas bereits in der Kooperation mit Spanien. Den Vertrag mit dem Nationalverband haben die Franken jüngst bis 2026 verlängert.

Und auch beim FC Bayern ist der Turnschuhhersteller langfristig an Bord: Den Ausrüstervertrag hat Hainer gerade bis 2030 verlängert. Spekuliert wurde über ein Volumen von 90 Millionen Euro pro Jahr. Dass die Bayern ihr Geld wert sind, hat Hainer in der Münchener Arena am Dienstag live miterlebt: Das Team von Trainer Pep Guardiola schoss Dinamo Zagreb mit 5:0 ab.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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