Adidas und der Euro
Währungseffekte erhöhen Kosten um eine halbe Milliarde Euro

Der fallende Euro macht Adidas zu schaffen. Im kommenden Jahr rechnet der Sportartikelhersteller mit Mehrkosten von rund 500 Millionen Euro. Ein Großteil davon könne aber aufgefangen werden, so Finanzchef Robin Stalker.

FrankfurtAn Adidas gehen die Abwertung des Euro und andere Wechselkursschwankungen nicht spurlos vorüber. „Aufgrund der negativen Währungseffekte werden unsere Einkaufskosten im nächsten Jahr um gut 500 Millionen Euro steigen“, sagte Adidas-Finanzchef Robin Stalker der „Börsen-Zeitung“ vom Donnerstag. „Davon macht der Euro etwa die Hälfte aus, andere Währungen die zweite Hälfte.“ Mit verschiedenen Maßnahmen habe der Sportartikelhersteller bereits reagiert, etwa mit Preiserhöhungen. Daher sei er zuversichtlich, dass die negativen Effekte auf Ebene der Bruttomarge größtenteils kompensiert werden könnten.

Der Euro hat 2015 rund zehn Prozent an Wert verloren, in den vergangenen beiden Jahren summiert sich das Minus sogar auf 20 Prozent. Bereits Anfang Dezember hatte Nike -Rivale angekündigt, dass sich der im Vergleich zu den meisten anderen Währungen stärkere Dollar negativ auf die Bruttomarge auswirken werde.

Mit dem zu Ende gehenden Jahr zeigte sich Stalker zufrieden. Das Geschäft der Hauptmarken Adidas und Reebok laufe vielversprechend. Der Finanzchef bekannte sich – wie auch bereits Konzernlenker Herbert Hainer – klar zu der US-Fitnessmarke. „Reebok ist ein sehr wertvoller Bestandteil unseres Portfolios“, sagte er. „Reebok hat im Adidas-Konzern viel mehr Potenzial als außerhalb.“ In den vergangenen Jahren war immer wieder über die Zukunft der Marke spekuliert worden.

Hainer hatte den US-Sportausrüster 2005 ins Visier genommen und im darauffolgenden Jahr für 3,8 Milliarden Dollar gekauft. Reebok, seinerzeit auf die in den USA populären Sportarten American Football und Basketball spezialisiert, war lange Zeit das Sorgenkind des Konzerns. Nach einer Neuausrichtung auf den Fitnesssport erholte sich Reebok jedoch.

Auch im Gespräch mit den drei prominenten Adidas-Aktionären vertrete das Management sehr deutlich seine Meinung, sagte Stalker. In diesem Jahr waren der US-Investor Mason Hawkins mit seinem Fonds Southeastern, der ägyptische Milliardär Nassef Sawiris und der belgische Geschäftsmann Albert Frere bei dem Konzern aus Herzogenaurach eingestiegen. Mit Frere und Hawkins habe es bereits Gespräche gegeben. „Über unser Portfolio sprechen wir auch: ob eine stärkere Konzentration besser wäre oder eine Kombination mit mehreren Marken erfolgversprechender.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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