Adidas- und Nike-Rivale
Pumas Katze kommt nicht auf Touren

Der neue Puma-Chef Björn Gulden soll den angeschlagenen Sportartikelhersteller auf Vordermann bringen. Schweiß und Sportplatz statt Parfum und Laufsteg, lautet die Devise. Doch im Moment bröckeln Gewinn und Umsätze.
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DüsseldorfBjörn Gulden ist seit Anfang des Monats neuer Chef bei Puma - heute zieht der norwegische Ex-Fußballer für den angeschlagenen Sportartikelhersteller Bilanz. Gulden soll den Konzern wieder nach vorne bringen – und das ist nötig. Die Zahlen für das zweite Quartal sehen nicht gut aus.

Wie schon zum Jahresauftakt ist der Gewinn weiter eingebrochen und auch der Umsatz ist erneut zurückgegangen – und zwar stärker, als vom Markt erwartet. Das Unternehmen bekräftigte am Mittwoch allerdings seine zuletzt gesenkte Jahresprognose. Die Umsätze von April bis Juni fielen währungsbereinigt um vier Prozent auf 692 Millionen Euro, unter Berücksichtigung der Wechselkurse betrug der Rückgang sogar acht Prozent. Das Betriebsergebnis (Ebit) fiel um ein Drittel auf 31 Millionen von 47 Millionen Euro. Der Konzerngewinn sank auf 18 Millionen von 27 Millionen Euro. Analysten hatten für das zweite Quartal einen Umsatz von 709 Millionen Euro, ein Ebit von 34,7 Millionen Euro und einen Überschuss von 20,6 Millionen Euro erwartet.

BNP Paribas glaubt nicht an schnelle Erholung bei Puma

An eine schnelle Erholung glauben Experten nicht, denn das Geschäft läuft bei Puma schon eine ganze Weile schlechter als bei den Wettbewerbern Adidas und Nike; der Abstand zu den Rivalen wächst. Während der Umsatz 2012 um knapp neun Prozent auf 3,3 Milliarden Euro zulegte, brach der Gewinn um fast 70 Prozent auf 70,2 Millionen Euro ein. Im ersten Quartal gingen dann auch noch die Erlöse zurück. Die großen Rivalen haben Puma inzwischen abgehängt, wie ein Blick auf die Geschäftszahlen zeigt. So stieg der Gewinn beim Weltmarktführer Nike im vierten Quartal (bis 1. Mai) um knapp 22 Prozent auf 668 Millionen Dollar (513 Millionen Euro). Das ist gut zehnmal soviel, wie die Franken zum Auftakt erwirtschafteten. Die Drei-Streifen-Marke Adidas verdiente im ersten Quartal 208 Millionen Euro, sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – das Sechsfache des Überschusses von Puma im Startquartal.

Vor zwei Wochen hat die französische Investmentbank Exane BNP Paribas Puma von „Outperform“ auf „Neutral" abgestuft. Wichtige Märkte wie Europa und Japan entwickelten sich weiterhin nur schwach. Dazu kommen nachteilige Wechselkurseffekte und der anziehende Wettbewerb im Bereich Lifestyle.

Nun muss der ehemalige Mittelstürmer und frühere Adidas-Manager Gulden anpacken und dafür sorgen, dass die Marke mit dem Raubtier-Logo künftig weniger häufig auf Modenshows präsent ist und dafür mehr auf dem Fußballplatz oder in Turnhallen. Um den Negativtrend zu drehen, soll auch der Entwicklungszyklus neuer Produkte beschleunigt werden. So könnte der Konzern wieder zu den enteilten Konkurrenten Nike und Adidas aufschließen. „Vom Design eines Schuhs bis zur Auslieferung vergehen häufig anderthalb Jahre“, sagte Puma-Verwaltungsratschef Jean-Francois Palus Ende Juni dem Handelsblatt. Das sei zu lang. „Den Entwicklungsprozess wollen wir künftig schneller und flexibler gestalten.“

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Wie Puma den Negativtrend drehen will

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  • Zahlen, Daten, Fakten sind kein Blödsinn.

  • Blödsinn, lieber "global", wenn Sie keine Ahnung haben, ziehen Sie mit der Karavane weiter!

  • wenn man den Markt langfristig verfolgt ist feszustellen, das sich immer wieder ein Trend für die zweite Garde im Sportmarkenartikel festsetzt.
    Ende der Achtziger war es L.A. Gear, dann kam Mitte der
    Neunziger FILA; danach Ende der Neunziger BUFFALO und
    dann kam die Zeit von Puma und die ist nun eben auch vorbei; das hat nichts mit Management zu tun, die
    Karawane zieht eben irgendwann weiter.

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