Adiletten von Adidas: Kult-Badelatschen sorgen für Streit

Adiletten von Adidas
Kult-Badelatschen sorgen für Streit

Die Kult-Badelatschen Adiletten soll es künftig nicht mehr in Sportgeschäften geben. Adidas wiegelt ab, doch die Fachhändler sind empört. Sie fürchten, dass Adidas noch mehr Produkte auf den Index setzen könnte.

MünchenAdolf Dassler hatte stets ein offenes Ohr für die Sorgen der Athleten. So hörte der Franke genau hin, als ihn 1963 mehrere Sportler um Schuhe baten, die sie auch in den Umkleiden und Duschen tragen könnten.

Der sportbegeisterte Schuster machte sich ans Werk. Zunächst vergeblich, die Produktionstechnik war noch nicht so weit, um Kunststoff als Sohle zu spritzen. Doch Dassler gab nicht auf. Als die Maschinen Ende der 60er-Jahre entwickelt waren, brachte er die „Adiletten“ in die Läden – jene Plastiklatschen, die zwar weltweit kopiert werden, mit denen der Sportkonzern Adidas aber noch heute Millionen verdient.

Nicht nur aus Sicht von Adidas sind die Badeschlappen längst Kult. Daher war es nur folgerichtig, sie der Sportmodelinie „Originals“ zuzuschlagen. Eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen. Nicht für Adidas allerdings, sondern für die Sporthändler. Die bekommen die Adiletten künftig nicht mehr geliefert. Der Hersteller will sie lieber in Boutiquen und Modehäusern vertreiben.

Das empört die Inhaber der Sportfachgeschäfte. Mehr als 300.000 Adiletten verkaufen die Händler des Einkaufsverbunds Sport 2000 jedes Jahr, erklärt Geschäftsführer Hans-Hermann Deters. Dass die Geschäfte darauf nun verzichten müssten, sei schlimm genug. „Viel bedrohlicher aber ist die Dimension dahinter“, glaubt der Manager.

Er befürchtet, dass immer mehr Kunden im Internet einkaufen, wenn sie die gewünschte Ware nicht in den Läden bekommen. Zudem sei zu erwarten, dass Adidas noch viel mehr Produkte auf den Index setze und der Fachhandel somit ausblute.

Die Sportfirma kann die Empörung nicht verstehen. Die Händler seien schon vor zwei Jahren darüber informiert worden, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Zudem sei es ganz normal, die einzelnen Produkte zu segmentieren: „So wollen wir die Marke begehrlich und attraktiv machen.“ Und: Die Original-Adiletten gebe es zwar nicht mehr im Sportfachhandel, dafür aber andere Varianten, die für Athleten viele Vorteile böten.

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Adiletten werden zum Luxus-Objekt

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