Advent International zeigt Interesse an Aldiana-Ferienclubs
Gesellschafter wollen Thomas Cook verschlanken

Die Gesellschafter Karstadt-Quelle und Lufthansa wollen den Reisekonzern Thomas Cook für einen Verkauf attraktiver machen. Dies wird aus Konzernkreisen berichtet.

HB FRANKFURT. So hätten Sie nach ersten erfolglosen Gesprächen mit Interessenten feststellen müssen, dass der Reisekonzern in seiner aktuellen Größe schwer verkäuflich sei, hieß es am Mittwoch aus den Kreisen. Deshalb gebe es neben dem geplanten Verkauf des Ferienclub-Betreibers Aldiana inzwischen auch Bemühungen, Interessenten für die zuletzt verlustreiche Tochter in Frankreich, Thomas Cook Voyages, zu finden. Ein Konzernsprecher wollte sich nicht zu Verkaufsplänen äußern.

Für Aldiana zeichnet sich bereits ein Verkauf an den amerikanischen Finanzinvestor Advent International ab. Advent ist bereits am spanischen Unternehmen Parques Reunidos beteiligt, einem Betreiber von Freizeitparks. „Es gibt aber noch keine definitive Entscheidung“, hieß es am Mittwoch aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen. Dies hänge vom Ausgang der genauen Unternehmensbewertung (Due Diligence) ab. Aldiana schrieb zuletzt rote Zahlen. Der US-Investor würde den Großteil der 13 Aldiana-Clubs weiterbetreiben und das Management überwiegend übernehmen, verlautete aus den Kreisen.

Der mit 13,1 Millionen Urlaubern zweitgrößte Reisekonzern in Europa zählt bei seinen Eignern nicht mehr zum Kerngeschäft. Karstadt-Quelle-Interimschef Harald Pinger hatte vorige Woche im Reuters-Interview einen Verkauf der Touristikbeteiligung im kommenden Jahr erstmals nicht mehr ausgeschlossen.

Aus dem Umfeld der Cook-Gesellschafter wird bereits seit längerem berichtet, dass es schon im vorigem Herbst Kontakte zu Touristikunternehmen aus Deutschland und anderen Ländern sowie zu internationalen Finanzinvestoren gegeben habe. Allerdings hätten die Preisvorstellungen noch weit auseinander gelegen, zumal der Konzern sich seinerzeit noch klar in der Verlustzone befand. Der im aktuellen Geschäftsjahr erhoffte Gewinn gilt ebenfalls als wichtige Voraussetzung für einen Verkauf.

Wie das Handelsblatt erfahren hat, treibt vor allem Lufthansa eine baldige Trennung von Thomas Cook voran. Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley hatte vorige Woche betont, falls Karstadt-Quelle seinen Anteil verkaufe, werde Lufthansa ihn nicht übernehmen. Berichten zufolge wurde inzwischen die Investmentbank Morgan Stanley mit dem Verkauf der französischen Thomas Cook Voyages beauftragt. Der Reiseveranstalter in Frankreich gilt nach Verlusten im Vorjahr ebenfalls als Sanierungsfall.

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