Aer Lingus vor Übernahme
Die „Fleischeraxt“ schlägt Ryanair

IAG-Chef Willie Walsh hat sich durchgesetzt: Ryanair macht nach langen Verhandlungen den Weg frei für eine Übernahme von Aer Lingus durch den Mutterkonzern von British Airways. Jetzt fehlt nur noch das Okay der Behörden.
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LondonWillie Walsh gilt als außergewöhnlich stur. Wenn der 53-Jährige sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann lässt er nicht mehr locker. Eine Erfahrung, die nun auch der Billigflieger Ryanair beim Übernahmeversuch von Aer Lingus durch den von Walsh geführten britisch-spanischen Luftfahrtkonzerns IAG machen musste.

Fast ein halbes Jahr buhlte Walsh um die Großaktionäre der kleinen irischen Fluggesellschaft: Nach monatelangen Verhandlungen hatte zuletzt bereits die irische Regierung sowie der Verwaltungsrat von Aer Lingus seine Einwlligung signalisiert – und nun gab letztlich auch Ryanair seinen Segen für die Milliardenofferte aus London.

Der Übernahme der irischen Fluggesellschaft durch den Mutterkonzern von British Airways und Iberia steht damit so gut wie nichts mehr im Weg. Ryanair erklärte am Freitag, der Verwaltungsrat habe sich einstimmig für die Annahme des Angebots entschieden, das Aer Lingus mit 1,4 Milliarden Euro bewertet. Das Übernahmeangebot sei „vernünftig“, erklärte die Fluggesellschaft, die noch 29,8 Prozent von Aer Lingus hält – aber von den Kartellbehörden schon länger gedrängt wird, sich vom Großteil ihrer Anteile zu trennen. Durch den Preis von 2,50 Euro pro Aktie plus fünf Cent Dividende in bar springt für Ryanair jetzt sogar gar noch ein kleiner Profit gegenüber der ursprünglichen Investition heraus.

Ganz ist die Milliardenübernahme allerdings noch nicht in trockenen Tüchern. Denn der Kauf der irischen Fluggesellschaft durch die British-Airways-Mutter dürfte von den europäischen Wettbewerbshütern wohl nicht ohne Bedingungen genehmigt werden. Es sei nicht sehr wahrscheinlich, dass die Übernahme ohne Einschränkungen durchgehe, sagte ein Insider bereits vor wenigen Wochen.

IAG hatte deshalb der Europäischen Union bereits Ende Juni Zugeständnisse für die geplante Übernahme vorgelegt, ohne öffentlich weitere Details zu nennen. Die Kommission will jedoch erst am 15. Juli entscheiden, ob dieses Entgegenkommen ausreicht, um den Kauf zu genehmigen.

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