Ärger bei den Konkurrenten
Air Berlin macht sich mit Provisionsmodell beliebt

Das Modell von Air Berlin gibt den deutschen Reisebüros Hoffung: Die Provisionszahlungen für den Ticketverkauf will die Fluggesellschaft nur kürzen, aber nicht ganz abschaffen.

HB FRANKFURT. Im Gegensatz zu den Überlegungen anderer großer Ferienfluggesellschaften will Air Berlin die Provisionen für den Ticketverkauf zwar kürzen, aber nicht völlig abschaffen.

Damit sei für die Ferienfluggesellschaften die „Nullprovision“, also das vollständige Streichen der Provision nach dem Vorbild von Lufthansa und anderer Linienfluggesellschaften, praktisch wieder vom Tisch, sagten am Mittwoch mehrere Branchenvertreter. „Air Berlin hat Tatsachen geschaffen, die bei anderen Fluggesellschaften keine große Freude auslösen dürften“, sagte ein Touristikmanager.

Sprecher der TUI-Flugtochter Hapagfly, der zu Thomas Cook gehörenden Condor und der Fluggesellschaft LTU erklärten lediglich, es gebe über das neue Provisionsmodell noch Gesprächsbedarf. Eine Entscheidung werde erst im Juni fallen. Für Ende Mai hat der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverband (DRV), ein Gegner der „Nullprovision“, alle Flugchefs zu einem Gespräch geladen.

„Wir wollen keine Nullprovision um jeden Preis“, sagte ein Hapagfly-Sprecher. Aber man müsse sehen, dass die Konkurrenten bei den Billigfluganbietern keine Provisionen zahlten. Die TUI-Flugtochter war Ende April als erste Fluggesellschaft öffentlich vorgeprescht und hatte mitgeteilt, künftig seien wie bei Lufthansa in den Ticketpreisen keine Provisionen mehr enthalten. Reisebüros müssten demnach ihre Kosten über zusätzliche Servicegebühren hereinholen. Die Konzernmutter TUI wollte damit im Jahr zehn Millionen Euro Provisionskosten sparen.

Air Berlin reduziert nun ab November die Provisionen für Flüge nach Mallorca und Städte in Mitteleuropa von zehn Euro auf fünf Euro pro Ticket, für Flüge nach Ägypten oder auf die Kanarischen Inseln von 15 Euro auf zehn Euro. Zusätzlich könnten die Reisebüros Servicezuschläge nach Wahl erheben. Der Branchenverband DRV wollte das Air Berlin-Modell noch nicht kommentieren. „Wir prüfen das und wollen auch mit den anderen Fluggesellschaften reden“, sagte ein Sprecher. Im vorigen Jahr war der DRV in monatelangen Auseinandersetzungen mit Lufthansa bei dem Versuch, deren Provisionsstreichungen für die Reisebüros zu erhalten, gescheitert.

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