Aero Lloyd bleibt am Boden
Genervte Urlauber sitzen fest

Der Charterflieger Aero Lloyd hat am Donnerstag einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das vorläufige Aus der Ferienfluggesellschaft traf viele Touristen und Mitarbeiter überraschend.

HB FRANKFURT/HAMBURG. Die schlechte Nachricht erreichte die Mitarbeiter oft auf dem Weg zur Arbeit und überraschte viele Touristen am Flugschalter. „Hätten die nicht einen Tag später Pleite machen können“, fragt entnervt ein junges Paar auf dem Hamburger Flughafen. Die beiden sitzen mit etwa 80 weiteren Reisenden müde auf ihren Koffern und Taschen. Alle haben ein Ticket für den Aero-Lloyd-Flug 4258 nach Hurghada in Ägypten in der Tasche. Doch nach der Insolvenz hat die Chartergesellschaft ihren Flugbetrieb am Morgen eingestellt.

Eine Personalvertreterin der Aero Lloyd wurde mitten in der Nacht von aufgeregten Besatzungsmitgliedern angerufen. „Die waren auf dem Weg zum Flughafen, als sie von der Crew-Einsatzplanung zurückgepfiffen wurden“, erzählt sie zwischen zwei Telefonaten in ihrem Oberurseler Büro in der Nähe von Frankfurt. Im Minutentakt rufen bei ihr Mitarbeiter an und wollen wissen, was denn nun los sei. Die Antwort ist immer die gleiche: „Wir wissen noch gar nichts.“

Die erste Anweisung der Geschäftsleitung ist: Die Beschäftigten von Kabine und Cockpit sollten zu Hause bleiben und das Bodenpersonal „ganz normal“ weiterarbeiten. Vom Alltagsjob sind die insgesamt 1400 Beschäftigten von Aero Lloyd allerdings weit entfernt. In kleinen Gruppen sitzen sie in ihren Büros und reden über die Zukunft ihres Arbeitgebers. „Na, das haben unsere oberen Herren ja super gemacht“, sagt ein Mann. Ein Kollege meint: „Ich arbeite seit 15 Jahren bei Aero Lloyd. Mit so etwas hätte ich nie gerechnet.“

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