Aeroflot scheidet als Bieter aus
Selbst die Russen winken bei Alitalia ab

Der italienische Staat will seine Anteile an der heimischen Fluggesellschaft Alitalia verkaufen – doch die potenziellen Käufer springen reihenweise ab, jetzt auch die russische Aeroflot. Das hat gute Gründe.

HB MOSKAU. Wichtige Informationen seien nicht bereitgestellt worden, begründete Aeroflot am Mittwoch den Rückzug. Ohne derartige Kenntnisse könne die Gesellschaft keinen Sanierungsplan für Alitalia aufstellen. Zuvor hatte Aeroflot den geforderten Preis für die Alitalia als zu hoch bezeichnet. Die Aktie der italienischen Fluglinie wurde am Mittag vom Handel an der Mailänder Börse ausgesetzt.

In der vergangenen Woche soll nach Zeitungsberichten auch US-Vermögensverwalter Matlin Patterson Global Advisors aus dem Verfahren ausgestiegen sein. Die Gruppe hatte sich bereits im Mai ein erstes Mal aus dem Bieterverfahren zurückgezogen, dann aber wieder Interesse signalisiert. Damit wäre nur noch die AP Holding im Rennen, zu der auch die kleine italienische Fluggesellschaft Air One gehört. Die Gruppe gilt ohnehin als Favorit.

Wegen der schwindenden Zahl der Interessenten hatte die italienische Regierung in der vergangenen Woche die Frist für die Einreichung bindender Angebote um zehn Tage vom 2. auf den 12. Juli verschoben. Sie will sich von ihrem Staatsanteil von 49,9 Prozent trennen.

Alitalia hat seit fast zehn Jahren keinen Gewinn mehr erwirtschaftet. Im vergangenen Jahr hat die Fluggesellschaft mit Sitz in Rom 626 Mill. Euro verloren, und eine Besserung ist kaum in Sicht. Im ersten Quartal 2007 verlor die Airline erneut 146 Mill. Euro vor Steuern.

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