Afrika
Reiseanbieter hoffen auf WM-Boom

Ein Jahr vor der Fußball-WM in Südafrika rührt Fifa-Chef Joseph Blatter unentwegt die Werbetrommel für den gesamten Kontinent. Schließlich solle die erste Fußball-Endrunde auf afrikanischem Boden auch den Nachbarstaaten zugute kommen – trotz aller Entfernungen und Hindernisse. Die Veranstalter setzen hierfür in erster Linie auf Pauschalangebote.

KAPSTADT. Die Idee klingt verlockend: Wer im nächsten Jahr zur Weltmeisterschaft nach Südafrika reist, soll den Besuch des sportlichen Megaevents mit einem Abstecher zu den majestätischen Victoria-Fällen in Simbabwe, einer Wüstensafari in Namibia oder auch einem Strandurlaub auf der Tropeninsel Mauritius verbinden können. Joseph Blatter, Präsident des Weltfußballverbands Fifa, rührt für den ganzen Kontinent unentwegt die Werbetrommel. Schließlich solle die erste Fußball-Endrunde auf afrikanischen Boden auch den Nachbarstaaten zugute kommen – trotz aller Entfernungen und Hindernisse.

Als Vorteil könnte sich erweisen, dass einige der WM-Stadien in unmittelbarer Nähe der schönsten Wildparks und Strände im südlichen Afrika liegen. Vom Austragungsort Rustenburg im Westen von Johannesburg etwa sind es nur knapp 200 Kilometer zur Grenze von Botswana und der Landeshauptstadt Gabarone. Allerdings liegen Botswanas weltberühmtes Okawango-Delta und der elefantenreiche Chobe-Nationalpark weitere 1 000 Kilometer entfernt im Norden des Steppenlandes.

Im Gegensatz dazu befindet sich das Mbombela-WM-Stadion in Nelspruit nur knapp eine Autostunde von der mosambikanischen Grenze entfernt – und zwei weitere von der Hauptstadt Maputo. WM-Organisationschef Danny Jordaan schlägt vor, für Spiele in Nelspruit die rund 3 000 Hotelzimmer in Maputo zu nutzen. Doch das ist komplizierter als es scheint. Denn erstens lässt die Qualität vieler Hotelzimmer in Maputo zu wünschen übrig, weil es in Afrika noch immer kaum Unterkünfte gibt, die die Qualitätslücke zwischen Luxushotels und Backpackerabsteigen schließen. Zweitens wird dort Portugiesisch gesprochen.

Den Mosambikern selbst bereitet dieses Manko weniger Sorgen. Sie wollen beim Werben um deutsche WM-Touristen auf jene 15 000 ehemaligen Kontraktarbeiter und Studenten zurückzugreifen, die einst in der DDR gelebt haben und daher gut Deutsch sprechen. Angeblich erwägt die Regierung, einen Teil davon als Reiseleiter zu aktivieren.

Die Zeit drängt. Denn von deutschen Reiseveranstaltern ist das ehemalige Bürgerkriegsland Mosambik bislang kaum entdeckt worden. „Zu Unrecht“, sagt Isabel Estevao Marcie, Vertreterin des Tourismusministeriums des Landes. „Mit unseren weiten Sandstränden, dem warmen Meer und einer guten Küche stellen wir eine tolle Ergänzung zu einem Besuch des Krüger-Nationalparks dar.“

Die nötige Infrastruktur ist vorhanden. Anders als noch vor zehn Jahren können Urlauber heute auf dem Platinum Highway, einer ausgebauten Schnellstraße, bequem vom Wirtschaftszentrum Johannesburg bis nach Maputo fahren. Ein Visum gibt es ohne Probleme an der Grenze, wo sich südafrikanischer und mosambikanischer Zoll sogar das gleiche Gebäude teilen – ein Novum in Afrika.

Seite 1:

Reiseanbieter hoffen auf WM-Boom

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%