Agip kooperiert mit dem ADAC
Rabatt auf Benzin irritiert Ölkonzerne

Der Vorstoß des Tankstellenbetreibers Agip, ADAC-Mitgliedern einen Rabatt zu gewähren, hat die Branche in gespannte Unruhe versetzt: Seit dem 1. Februar zahlen die Mitglieder des größten deutschen Automobilclubs bundesweit an 400 der insgesamt 670 Agip-Stationen einen Cent pro Liter weniger, als an der Zapfsäule ausgewiesen wird.

beu HB HAMBURG. Die restlichen Stationen des zur italienischen Eni-Gruppe gehörenden Unternehmens sollen sukzessive folgen. Die Agip hält in Deutschland einen Absatzmarktanteil von gut vier Prozent und ist regional stark in Bayern vertreten. Präsent ist das Unternehmen aber auch in Sachsen und Thüringen sowie vereinzelt in Nordrhein-Westfalen.

In der Branche der Tankstellenbetreiber gibt es nun die Sorge, dass die Agip, die bisher als so genannte A-Marke um einen Cent pro Liter über den Billigmarken wie Jet oder Star arbeitete, einen Preiskrieg auslösen könnte. Ein ähnlicher Schritt der ehemaligen DEA, die die Payback-Rabattkarte einführte und sich damit unter die Preise von Aral, Shell oder Esso legte, hatte im Jahr 2000 einen Preiskampf ausgelöst, in dem die Branche rund eine Mrd. DM verlor.

Vor diesem Hintergrund will die Shell, wie Tankstellenchef Istvan Kapitany im Energie Informationsdienst (EID) erklärt, den Markt beobachten und sich gegebenenfalls eine geeignete Gegenmaßnahme aus dem Marketinginstrumentarium einfallen lassen. Für Horst Ebert, Tankstellenchef der österreichischen OMV, die mit ihren 378 Stationen in Süddeutschland im direkten Wettbewerb zu Agip steht, ist die Agip-Kooperation mit dem ADAC „nicht nachvollziehbar“.

Der Vorsitzende des Bundesverbands freier Tankstellen (bft), Deinhart Dittert, ist erstaunt über Agips Margenpaket, „das so etwas zulässt“. Unter Einrechnung aller Bonusprogramme der italienischen Tankstellenkette ergebe sich ein Nachlass von zwei Cent pro Liter. Dabei muss berücksichtigt werden, dass laut EID die Brutto-Tankstellenmargen für den Liter Superbenzin in Deutschland seit August von 8,88 Cent je Liter bis Januar auf den bisherigen Tiefpunkt von nur noch 4,73 Cent abgebröckelt sind.

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