Ahold und Delhaize Milliardenschwere Supermarkt-Fusion ist perfekt

Europa erhält einen neuen Einzelhandelsriesen: Nach der Fusion des niederländischen Marktführers Ahold mit Konkurrent Delhaize entsteht ein Konzern mit rund 375.000 Mitarbeitern, der auch in den USA stark aufgestellt ist..
Update: 24.06.2015 - 12:06 Uhr Kommentieren
Der neue Konzern Ahold Delhaize wird mehr als 6500 Filialen umfassen. Quelle: AFP
Die Fusion ist perfekt

Der neue Konzern Ahold Delhaize wird mehr als 6500 Filialen umfassen.

(Foto: AFP)

Amsterdam/BrüsselMilliardenfusion im europäischen Einzelhandel: Der niederländische Supermarkt-Konzern Ahold und sein belgischer Konkurrent Delhaize wollen sich zusammenschließen. Das teilten beide Unternehmen am Mittwoch gemeinsam mit. Das neue Unternehmen Ahold Delhaize umfasst mehr als 6500 Läden mit rund 375.000 Mitarbeitern in Europa und den USA. Die Fusion soll Mitte 2016 abgeschlossen sein. Die Behörden und Aktionäre müssen dem Deal noch zustimmen.

In Europa dürfte damit die viertgrößte Einzelhandelskette entstehen. Beide Unternehmen sind auch stark an der Ostküste der Vereinigten Staaten vertreten. Gemeinsam kamen Ahold und Delhaize im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von rund 54 Milliarden Euro und einen Gewinn von rund einer Milliarde Euro.

Dabei ist der niederländische Marktführer mit 33 Milliarden Euro Umsatz die deutlich stärkere Partei. Die Aktionäre von Ahold bekommen der Vereinbarung zufolge 61 Prozent der Anteile im neuen Konzern.

„Unsere Unternehmen teilen dieselben Werte, eine stolze Geschichte mit Wurzeln in Familienunternehmen und haben Aktivitäten, die einander gut ergänzen“, erklärte Ahold-Chef Dick Boer in Zaandam bei Amsterdam. Der Niederländer soll den Konzern mit dem Hauptsitz in den Niederlanden künftig leiten.

Diese Einzelhändler scheiterten in Deutschland
Verkauf von Kaufhof
1 von 8

Der Deal ist durch: Nach wochenlangen intensiven Verhandlungen haben sich die Metro und der kanadische Kaufhauskonzern Hudson's Bay Company auf einen Verkauf von Kaufhof geeinigt. Nach den Erfahrungen mit dem deutsch-amerikanischer Nicolas Berggruen, früher Eigentümer von Karstadt, herrscht Skepsis mit Blick auf einen ausländischen Investor, der den deutschen Markt nicht kennt. Vor allem das Geschäft mit Warenhäusern, von denen es in Deutschlands Innenstädten nur noch Karstadt und Kaufhof gibt, gilt als schwierig.

Spezielle Verhältnisse in Deutschland
2 von 8

Zwar bescheinigen Verhandlungskreise Richard Baker, dem Eigentümer von Hudson´s Bay Company, und seinem Management, dass sie sehr gut über die speziellen Verhältnisse in Deutschland informiert sind und professionell auftreten. Aber es gibt eine Reihe von erfolgreichen ausländischen Einzelhändlern, die in der Vergangenheit auf dem hart umkämpften deutschen Markt scheiterten.

Wal-Mart gab auf
3 von 8

Nach acht Jahren in den roten Zahlen gab Wal-Mart 2006 in Deutschland auf. Trotz weltweiter Erfolge war es dem US-Handelskonzern nicht gelungen, sich gegen die starke Konkurrenz der Discounter durchzusetzen. Der Markteintritt sorgte für viele Spekulationen. So dachte man, Wal-Mart könnte die Metro AG schlucken und damit über Nacht zum Branchenprimus werden. Doch es kam anders.

Wal-Mart-Konzept griff nicht
4 von 8

Sein verlustreiches Deutschlandgeschäft gab der US-Konzern nämlich schließlich an den Konkurrenten Metro ab. Der führende deutsche Handelskonzern übernahm 85 Filialen. Wal-Mart sei nie richtig in Deutschland angekommen, hieß es später in Branchenkreisen. Das Konzept von Wal-Mart griff nicht, die Konzernführung räumte ein, die Schwierigkeiten im hart umkämpften deutschen Markt unterschätzt zu haben.

Marks & Spencer überlebte nicht
5 von 8

Die britische Kette Marks & Spencer versuchte gleich mehrfach, in Deutschland Fuß zu fassen. Die Mode traf offenbar den Geschmack der Deutschen nicht – und wurde zum Ladenhüter. 2001 zog das Unternehmen einen Schlussstrich und schloss nicht nur die Geschäfte in Deutschland, sondern auf dem gesamten europäischen Festland. Insgesamt wurden 38 Filialen geschlossen. Die Verluste in den deutschen Filialen waren besonders hoch und machten dem Konzern schwer zu schaffen.

Rückkehr nur Online
6 von 8

Es dauerte rund zehn Jahre, bis sich Marks & Spencer von dem Flop bei der Expansion erholt hatte. 2012 kam der Modehändler wieder nach Deutschland – die Produkte gab es dieses Mal allerdings nur noch online. Die Briten wollten sich diesmal eine Eigenart zu nutze machen: Deutsche kaufen gerne bequem und billig ein.

Delhaize setzte sich im deutschen Markt nicht durch
7 von 8

2003 wollte die belgische Delhaize Group (Archivbild) in Deutschland durchstarten. Insgesamt gab es vier Delhaize-Märkte, doch die Filialen in Köln und Aachen waren nicht rentabel. 2008 machten sie nach Delhaize-Angaben einen Umsatz von 19,5 Millionen Euro, schrieben dabei aber einen „leichten Verlust“. Weniger später gab Delhaize bekannt, dass die Filialen verkauft werden sollen.

Erwartet werden ab 2019 Einsparungen von jährlich rund 500 Millionen Euro durch den Zusammenschluss. Seit Mai hatten beide Seiten Gespräche geführt. 2006 war ein früherer Fusionsversuch gescheitert.

Die belgische Kette hatte zuletzt die Initiative ergriffen. Sie steht unter Druck vor allem durch die Konkurrenz der deutschen Anbieter Aldi und Lidl. Die Fusion soll vorerst nicht zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen, versicherten die Unternehmen.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Ahold und Delhaize - Milliardenschwere Supermarkt-Fusion ist perfekt

0 Kommentare zu "Ahold und Delhaize: Milliardenschwere Supermarkt-Fusion ist perfekt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%