Air Asia: Eine Billig-Airline auf Europakurs

Air Asia
Eine Billig-Airline auf Europakurs

Mit beinahe unfassbar günstigen Preisen will die malayische Billig-Airline Air Asia Europa erobern – und lehrt die hiesigen Platzhirsche damit das Fürchten. Das nächste Ziel steht bereits fest: Auf dem Plan steht nun Deutschland.
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FrankfurtDas Angebot klingt schier unglaublich: Für 427 Euro von Paris nach Kuala Lumpur und zurück, von dort für weitere 368 Euro weiter nach Melbourne und ebenfalls zurück. Doch das sind die Ticketpreise, mit denen die Billig-Airline Air Asia die Konkurrenz das Fürchten lehren will. „Wir fliegen ab Montag Paris an“, sagte Aireen Omar, Leiterin der Abteilung Finanzen der malayischen Billig-Airline, am Rande einer Fonds-Tagung in Frankfurt.

Air Asia macht sich breit in Europa. Paris ist der zweite Standort der expansiven Airline auf dem Kontinent. Seit März 2009 fliegt sie bereits von Kuala Lumpur nach London. Das nächste Ziel ist ausgemacht: Deutschland. Verhandlungen laufen bereits, heißt es, im Visier sind vor allem die Flughäfen Köln-Bonn und Berlin.

Es ist ein Experiment, eines an dem bisher alle Rivalen gescheitert sind: Das Konzept der Billigflieger geht nur auf, weil die Flugzeuge an den Flughäfen in den Randlagen schnell „gedreht werden“, also ständig in der Luft sind. Die Langstrecke braucht aber die großen und teuren Drehkreuze, wo Passagiere umsteigen.

Die Folge: Billig klappt bisher nur auf kurzer Distanz. So musste Oasis Hongkong 2006 seine Pläne begraben, von Hongkong nach London und Vancouver zu fliegen. Auch die kanadische Zoom Airlines scheiterte mit dem Plan, nach Europa zu fliegen. Die indische Kingfisher flog auf der Verbindung Bangalore nach London hohe Verluste ein und zog sich zurück.

Anders Air Asia: Der Firmenchef und frühere Musikmanager Anthony Francis Fernandes hatte die Airline dem Staat für einen malaysischen Ringgit (0,21 Euro) abgekauft und sie radikal umgebaut, mit einem eindrucksvollen Ergebnis: Im dritten Quartal 2010 beförderte die Fluggesellschaft 6,4 Millionen Passagiere, nahm umgerechnet 374 Millionen Euro ein und erzielte ein Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 95 Millionen Euro.

„Wir nehmen solche neuen Wettbewerber sehr ernst“, heißt es bei Lufthansa. Kein Wunder: Nachdem Low-Cost-Carrier schon Preise und Profit im Kurzstreckengeschäft kaputt gemacht haben, droht das gleiche nun auch auf der bislang lukrativen Langstrecke. „Air Asia weist den Weg für die erfolgreiche Verknüpfung von Kurz- und Langstrecke im Low-Cost-Segment“, sagt Mark Lapidus, Manager des Flugzeugfinanzierers Doric Asset Finance.

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