Air Berlin
Angeschlagene Airline weitet den Verlust aus

Der Abschwung bei Air Berlin geht auch 2016 weiter. Die Fluggesellschaft musste rund 172 Millionen Euro Verlust verkraften – dafür seien vor allem die Diskussionen um Etihad und die Anschläge in Ägypten verantwortlich.

BerlinNach dem Rekordverlust 2015 ist Air Berlin zum Jahresbeginn tiefer in die roten Zahlen geflogen. Der Betriebsverlust (Ebit) weitete sich auf 172 Millionen Euro aus, nach einem Fehlbetrag von 160 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft am Mittwoch mitteilte. Die Diskussion um die umstrittenen Gemeinschaftsflüge mit dem Partner Etihad sowie die Anschläge in Ägypten und der Türkei hätten das Geschäft belastet, erläuterte Konzernchef Stefan Pichler. Der Umsatz schrumpfte um gut sieben Prozent auf 737 Millionen Euro.

Erst nach einer langen juristischen Auseinandersetzung hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg Mitte Januar die meisten der umstrittenen Gemeinschaftsflüge mit Etihad genehmigt. Bei den sogenannten Codeshare-Flügen erhalten Air-Berlin-Verbindungen eine Flugnummer von Etihad und umgekehrt. Air Berlin erhöht damit die Auslastung der Flugzeuge, während Etihad mehr Ziele weltweit anbieten kann.

Etihad hat wiederholt betont, dies sei ein wesentlicher Grund für den Einstieg beim deutschen Partner. Die Araber halten die Fluglinie seit Jahren über Wasser. Ein Finanzpolster hat Air Berlin schon längst nicht mehr. Ende März wies die Airline ein negatives Eigenkapital von fast einer Milliarde Euro aus.

Unter dem Stich konnte Air Berlin im ersten Quartal den Fehlbetrag allerdings etwas verringern, der Nettoverlust schrumpfte um 13 Prozent auf 182 Millionen Euro. „Im wesentlichen entwickelt sich unser Geschäft in die richtige Richtung, und wir werden insbesondere ab der zweiten Jahreshälfte 2016 deutliche Ergebnisverbesserungen erzielen“, erklärte Pichler.

Mit Langstreckenverbindungen, Kostensenkungen und dem Fokus auf Firmenkunden will er den Lufthansa-Rivalen wieder auf Vordermann bringen. In der Firmenmitteilung legte das Management nun keine konkrete Ergebnisprognose fürs Gesamtjahr vor. Pichler hatte jüngst ein „deutlich besseres operatives Ergebnis“ in Aussicht gestellt, nach einem Minus von 307 Millionen Euro 2015.

Airlines verbuchen im reiseschwachen Jahresauftaktquartal meist Verluste – Geld wird in der Regel erst in der Hochsaison im Sommer verdient. Auch Lufthansa startete mit roten Zahlen ins Jahr, konnte den Betriebsverlust allerdings dank guter Geschäfte in der Passagiersparte und der niedrigeren Ausgaben für Treibstoff verringern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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