Air Berlin: Chinesische HNA prüft angeblich Einstieg

Air Berlin
Chinesische HNA prüft angeblich Einstieg

Der Deutsche-Bank-Großaktionär HNA soll laut einem Medienbericht an einer Partnerschaft mit Air Berlin interessiert sein. Angeblich gab es bereits erste Kontakte zwischen den Managements und auch der Airline Delta.
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BerlinDer Deutsche-Bank-Großaktionär HNA aus China hat einem Magazinbericht zufolge Interesse an einer Partnerschaft mit der Krisen-Fluglinie Air Berlin. Es gebe erste Kontakte zwischen dem Air Berlin-Management und dem Mischkonzern HNA sowie der US-Fluglinie Delta Air Lines, berichtete die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf einen Insider am Donnerstag vorab. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann wolle die Hauptstadtfluglinie mit Hilfe des Hauptaktionärs Etihad aus Abu Dhabi entschulden und einen neuen Partner aus Übersee gewinnen.

Die neue Zusammenarbeit solle der zweitgrößten deutschen Fluglinie eine Ergebnisverbesserung von bis zu 300 Millionen bringen, unter anderem durch günstigere Leasingverträge für die Flugzeuge. Ein Sprecher von Air Berlin wollte sich dazu nicht äußern. Bei HNA und Delta war unmittelbar niemand zu erreichen.

HNA ist vor allem für seine Beteiligungen an Fluggesellschaften (Hainan Airlines), Flughäfen wie dem Betreiber Swissport und dem Regionalflughafen Hahn sowie Hotels wie Hilton bekannt, hat seinen Schwerpunkt zuletzt aber stark auf die Finanz- und Immobilien-Branche verlegt. An der Deutschen Bank halten die Chinesen nun beinahe zehn Prozent.

Air Berlin rutschte voriges Jahr mit einem Rekordverlust von 782 Millionen Euro noch tiefer in die roten Zahlen. Das Unternehmen betonte, es habe genug Liquidität, um seine Restrukturierung fortzusetzen. Dafür greift Etihad nochmal tief in die Kasse und stellt Air Berlin laut Geschäftsbericht einen neuen Kredit von 350 Millionen Euro zur Verfügung. Zudem will die Airline aus Abu Dhabi den Berlinern in den nächsten 18 Monaten finanziell zur Seite stehen.

An der Spitze von Air Berlin steht seit Februar Winkelmann, der für die Lufthansa den Billigflieger Germanwings aufgebaut hat. Vor ihm liegt viel Arbeit: Die Gesellschaft steckt seit Jahren in der Krise. Auch mehrere Sanierungsrunden und Chefwechsel brachten kaum Besserung. In den vergangenen neun Jahren flog Air Berlin nur einmal einen Konzernüberschuss ein. Die schnell wachsende Airline Etihad war 2011 bei Air Berlin mit 29 Prozent eingestiegen und hält die Gesellschaft seitdem mit Finanzspritzen in der Luft. Unternehmens-Insidern zufolge ist die Lufthansa wahrscheinlichster Partner für die Berliner. Attraktiv ist dabei vor allem die starke Position von Air Berlin am Flughafen Düsseldorf.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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