Air Berlin
Das Einzige, das wächst, ist der Verlust

Die Angst vor dem internationalen Terror und die politische Lage in Ferienzielen wie der Türkei machen Air Berlin zu schaffen. Die Fluglinie rutscht noch tiefer in die roten Zahlen. Der Ausblick bleibt sehr vage.

FrankfurtAir Berlin fliegt wegen der angespannten Sicherheitslage in wichtigen Ferienländern und zahlreicher hausgemachter Probleme noch tiefer in die roten Zahlen. Der operative Verlust (Ebit) vervierfachte sich auf 62,7 (Vorjahr: 15,9) Millionen Euro, wie Deutschlands zweitgrößte Fluglinie am Dienstagabend mitteilte. Mit den Flügen in die Mittelmeerländer erzielt die Airline ein Drittel ihres Umsatzes.

„Deshalb trifft uns die instabile politische Situation in traditionellen Feriengebieten wie der Türkei, Griechenland und Nordafrika besonders hart“, sagte Konzernchef Stefan Pichler. Da im Gegenzug viele Airlines ihre Flugverbindungen zu sicheren Urlaubsorten wie Mallorca und Spanien insgesamt ausgebaut haben, seien dort die Ticketpreise gesunken.

Der Quartalsumsatz fiel um gut neun Prozent auf 971 Millionen Euro. Der Ausblick des Vorstand bleibt sehr vage: Das volatile und nachfrageschwache Marktumfeld werde sich auf das dritte Quartal 2016 auswirken.

Die mit ihrem Mallorca-Shuttle bekanntgewordene Air Berlin steckt wegen eines übereilten Expansionskurses und einer unklaren Strategie tief in der Krise. In den vergangenen acht Jahren wurden unter dem Strich nur einmal schwarze Zahlen eingeflogen. Vergangenes Jahr erreichte der Nettoverlust mit knapp 450 Millionen Euro Rekordhöhe.

Großaktionär und Geldgeber Etihad - eine staatliche Fluglinie vom Persischen Golf - drängt verstärkt auf eine Trendwende. Als Ausweg aus der Misere sollen künftig verstärkt Langstreckenflüge von den beiden Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf angeboten werden. Zudem verhandelt die Lufthansa Branchenkreisen zufolge mit den Berlinern über den Kauf eines Teils des Geschäfts. Konkret gehe es um die Übernahme von etwa 40 der 150 Maschinen aus der Air-Berlin-Flotte samt Crews, hatten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen Mitte Juli der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Die Flugzeuge seien vor allem auf touristischen Strecken unterwegs.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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