Air Berlin
Erste Piloten wechseln zu Eurowings

Obwohl der Deal noch gar nicht fix ist, wechseln die ersten Piloten der insolventen Air Berlin zur Eurowings. Die Lufthansa-Tochter braucht dringend eigene Crews und nimmt dafür auch Ärger mit der Gewerkschaft in Kauf.
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Frankfurt, KölnDie Lufthansa-Tochter Eurowings hat erste Piloten aus den Reihen der insolventen Air Berlin eingestellt. Eine genaue Zahl nannte das Unternehmen am Freitag nicht. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit kritisierte die Abwerbungen und die Arbeitsbedingungen beim neuen Arbeitgeber.

Eurowings steht vor einem gewaltigen Wachstumsschub, weil man im laufenden Bieterverfahren bis zu 81 zusätzliche Flugzeuge der Air Berlin übernehmen will. 31 Airbus-Maschinen sind bereits samt Besatzungen an die Eurowings vermietet und müssten im Fall einer Air-Berlin-Pleite mit eigenen Mannschaften betrieben werden.

Bislang habe man annähernd 2000 Bewerbungen von Piloten und Flugbegleitern erhalten, berichtete Eurowings-Geschäftsführer Michael Knitter. „Die Resonanz auf diese erste Ausschreibungswelle übertrifft all unsere Erwartungen.“

Die neuen Piloten sollen Arbeitsverträge bei der österreichischen Gesellschaft Eurowings Europe erhalten, werden aber an deutschen Flughäfen stationiert - zuerst in München. Die Tarifbedingungen entsprächen denen der deutschen Eurowings GmbH, versicherte ein Unternehmenssprecher. Die Gewerkschaften hatten eigentlich geregelte Betriebsübergänge für das Personal der Air Berlin gefordert.

Hintergrund ist eine ungekündigte Tarifvereinbarung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Danach darf die Düsseldorfer Eurowings-Tochter nur 23 Mittelstreckenjets zu den aktuellen Bedingungen betreiben. In Verhandlungen habe man sich nicht auf neue Konditionen einigen können, erklärte die VC.

Die Gehaltstarife der Eurowings Europe in Wien liegen laut VC-Sprecher Markus Wahl zwischen 10 und 20 Prozent unter denen der deutschen Teilgesellschaft. Es werde nun deutlich, dass der Lufthansa-Konzern die Leute nur „maximal billig“ anstellen wolle. Das könne auch der Bundesregierung nicht egal sein, die mit ihrem Überbrückungskredit von 150 Millionen Euro nicht zuletzt deutsche Arbeitsplätze habe sichern wollen. „Was jetzt kommt, ist nicht das, was sich die Bundesregierung und wir uns vorgestellt haben“, sagte Wahl.

Unterdessen wird die Kritik am irischen Billigflieger Ryanair lauter, der wegen akuten Pilotenmangels sein Flugprogramm zusammengestrichen hat. Irlands Regierungschef Leo Varadkar ermahnte das Unternehmen, die Rechte der Kunden nach der Absage von rund 20.000 Flügen stärker zu achten. Andernfalls müssten die Aufsichtsbehörden einschreiten, sagte Varadkar am Freitag in Tallinn.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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