Air-Berlin-Insolvenz Alle wollen bei Niki landen

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Zypries warnt die Lufthansa
Wer im Airline-Poker mit am Tisch sitzt
Folgenreicher Insolvenzantrag
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Der Insolvenzantrag der Air Berlin zog eine Welle von Interessensbekundungen nach sich. Von Anfang an zeichnete sich ab, dass die Fluggesellschaft wohl von mehreren Konkurrenten übernommen wird. Neben zahlreichen Interessenten sind auch weitere Akteure in die Verhandlungen verwickelt: Nicht nur Experten des Insolvenzrechts, auch die Bundesregierung wirkt zumindest indirekt mit. Derweil konkretisieren die Interessenten ihre Wünsche.

Neu im Rennen
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Der frühere Formel 1 Champion Niki Lauda interessiert sich nun auch offenbar für Air Berlin. Der Ex-Rennfahrer will knapp 40 Maschinen der insolventen Airline und ihrer Tochter Niki übernehmen. Dafür will er zusammenarbeiten mit ...

Thomas Cook und Condor
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... dem Reiseveranstalter Thomas Cook und der Tochter Condor. Geht der Plan auf, erhält Niki Lauda 51 Prozent des Konsortiums. Er will dann ausschließlich touristische Ziele anfliegen. Für Fluggäste soll dabei Thomas Cook sorgen.

Aktionär zieht sich zurück – mit weitreichenden Folgen
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Seit 2012 ist Großaktionär der Staatskonzern aus Abu Dhabi mit einem Anteil von 29,2 Prozent an Air Berlin beteiligt. Wenige Tage, nachdem Etihad die Unterstützung entzogen hatte, sah sich Air Berlin zur Insolvenzanmeldung gezwungen. Dennoch widerspricht Etihad dem Eindruck, Air Berlin im Stich gelassen zu haben: Noch im April seien 250 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden. Diese Unterstützung habe man aber angesichts der „sich rapide verschlechternden Geschäftsergebnisse und Liquidität“ nicht weiter leisten wollen. Ein Großteil der 1,5 Milliarden Schulden dürfte wohl ohnehin am großen Partner hängenblieben.

Lufthansa dominiert die Verhandlungen
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In der nun eröffneten Bieterschlacht ist die Lufthansa ganz vorn dabei. Die Verhandlungen mit dem deutschen Marktführer, der die Übernahme schon seit Monaten vorantreibt, sollen am Freitag beginnen. Schon im Januar war dem umsatzstärksten europäischen Luftverkehrskonzern ein Teilerfolg gelungen: Damals wurden die Anmietung und faktische Übernahme von 38 Mittelstrecken-Maschinen genehmigt, was rund einem Viertel der Air-Berlin-Flotte entspricht.

Carsten Spohr
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Mindestens ein weiteres Viertel will der Lufthansa-Chef nun für seine Billigflieger-Gruppe Eurowings sichern. Diese sucht ohnehin zusätzliche Maschinen und Slots für die Mittel- und die Langstrecke. In Wirklichkeit verfolgt Spohr aber ein übergeordnetes Ziel: Den Billigflieger Ryanair von den größeren deutschen Flughäfen so weit wie möglich fernzuhalten. Um den Wettbewerb hochzuhalten, nimmt er dafür sogar größere Marktanteile anderer Anbieter in Kauf.

Die Konkurrenz
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Daher steht die Lufthansa ihren Konkurrenten auch nicht im Weg. Gespräche mit Easyjet und Tuifly sind nach Angaben von Air Berlin ebenfalls geplant. Auch der Reiseveranstalter Thomas Cook mit seiner Ferienflugtochter Condor interessiere sich an einer „aktiven Beteiligung an der Zukunft von Air Berlin“. Thomas-Cook-Feriengäste kommen ohnehin schon zu großen Teilen mit Air Berlin an ihr Ferienziel.

Auch am Standort Düsseldorf gab es zwei Betriebsversammlungen. Schließlich steht die Mehrheit der Niki-Jets nicht mehr in Österreich. In Wien setzt man auf eine Lösung mit der Lufthansa, die mit ihrer erfolgreichen Tochter Austrian Airlines und der Billigtochter Eurowings bereits im Land präsent sind.

Der Fall hat in Österreich eine hohe politische Bedeutung. Schließlich wählt die Alpenrepublik am 15. Oktober eine neue Regierung. Der erst seit vergangenem Jahr amtierende Verkehrsminister Leichtfried fährt daher vollen Einsatz, um Mitarbeiter und Kunden nicht zu verärgern. „Im Augenblick ist die finanzielle Leistungsfähigkeit von Niki gegeben“, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministers zu den Spekulationen um einen Kredit der österreichischen Regierung. „Wir sind in engen Kontakt und zuversichtlich für die weitere Entwicklung.“

Niki befindet sich über zwei GmbHs zu 100 Prozent im Besitz der Air Berlin. Ursprünglich wurde die Airline vom Luftfahrtunternehmer und dreifachen Formel-1-Weltmeister Niki Lauda gegründet. Der österreichische Ferienflieger besitzt 22 Flugzeuge und 850 Mitarbeiter.

Unterdessen warnte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) die Lufthansa davor, sich einer Übernahme von Air Berlin zu sicher zu sein. Aus Wettbewerbsgründen müsse mehr als eine Airline zum Zug kommen. „Natürlich ist die Bundesregierung da nicht vorfestgelegt", sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte sich dafür starkgemacht, dass die Lufthansa die wesentlichen Teile von Air Berlin bekommt. Das Wirtschaftsministerium stellte klar, dass die Bundesregierung an den Verhandlungen über die Zukunft von Air Berlin nicht beteiligt sei. Der Bund hatte einen Massekredit von 150 Millionen Euro bereitgestellt. Damit soll Zeit gewonnen werden, um eine zukunftsfähige und sinnvolle Lösung zu finden, wie der Sprecher sagte.

Auch der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat mittlerweile offiziell Interesse angemeldet. Über eine Münchner Kanzlei gab seine Vermögensverwaltung Intro-Verwaltungs GmbH ein formelles Angebot ab. Ziel der Offerte sei es, die Air Berlin Gruppe als Ganzes zu erhalten und als unabhängige Airline fortzuführen, teilte Wöhrls Unternehmen am Freitag mit. Für sein Vorhaben habe er Rückendeckung von weiteren „Partnern mit hoher Fachkompetenz“ sowie Finanzinvestoren.

Mit Material von Reuters und dpa.

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