Air Berlin kauft DBA
LTU sieht sich nicht als Verlierer

Die Übernahme der DBA durch Air Berlin hat am Donnerstagmorgen die deutsche Luftfahrbranche in Aufruhr versetzt. Das Geschäft kommt überraschend, arbeitet die ehemalige Tochter von British Airways doch bislang mit dem Ferienflieger LTU zusammen. Die Düsseldorfer haben nach eigener Aussage gut davon profitiert – und wollen dies auch in der Zukunft tun.

DÜSSELDORF. „Für die LTU ändert sich durch die Transaktion im Großen und Ganzen nichts“, erläutert Jürgen Marbach, geschäftsführender Gesellschafter der LTU, gegenüber Handelsblatt.com. „Wir arbeiten weiter mit der DBA zusammen.“ Dies betreffe die Zubringerflüge.

LTU und DBA waren über ihren Haupteigner Hans Rudolf Wöhrl verbunden. Der Textilunternehmer aus dem Süddeutschen hatte zuerst 2003 die damalige Deutsche BA übernommen und kaufte sich im Februar 2006 auch bei der LTU ein. Seine Intro Verwaltungs GmbH hält 55 Prozent der Anteile; 45 Prozent liegen bei der Beteiligungsgesellschaft von Jürgen Marbach. Die DBA hat Wöhrl nun an Air Berlin weiterverkauft für einen „zweistelligen Millionenbetrag“.

Erklärtes Ziel von Wöhrl war es, die beiden Schwestergesellschaften eng zu verzahnen: Die LTU mit ihren 26 Flugzeugen sollte die Langstrecke bedienen, die DBA mit ihren 29 Maschinen die Kurz- und Mittelstrecke. Sechs Monate sind seit dem Ausrufen der Parole vergangen und die Flugpläne zum Teil tatsächlich aufeinander abgestimmt worden. Doch, so erläutert Marbach, habe sich die LTU keineswegs von den kurzen und mittelweiten Zielen verabschiedet: „15 unserer Flugzeuge steuern europäische Ziele an, darunter Mallorca, Rom, Madrid und Lissabon. Die restlichen 11 Maschinen setzen wir auf den langen Strecken etwa nach Nordamerika ein.“ Man habe höchstens ein oder zwei unwichtigere Strecken an die DBA abgetreten.

Die Zusammenarbeit mit der DBA hat Marbach zufolge einen zweistelligen Millionenbetrag einsparen helfen, aber weniger durch die abgestimmten Flugpläne, als vielmehr durch gemeinsame Verhandlungen mit Lieferanten. „Wir haben uns angeschaut, was der andere bezahlt und dann den jeweils besten Preis für beide rausgehandelt.“ Marbach betont aber, es gebe getrennte Verträge. Höhere Kosten durch den bald wieder eigenständigen Einkauf befürchtet er nicht: „Das Wissen um die Einkaufspreise der DBA nehmen wir ja mit.“

Einen Haken für die LTU hat das enge Zusammenrücken von Air Berlin und DBA allerdings: Auf einander abgestimmt Flugpläne wird es nicht mehr geben. Was aber bestehen bleibt, sind Zubringerflüge. „DBA und auch Air Berlin bringen schon seit Jahren Passagiere aus Deutschland und dem europäischen Ausland zu unseren Langstreckenfliegern. Diese Kooperation läuft weiter“, sagt Marbach, „auch wenn die DBA nicht mehr unser Schwesterunternehmen ist“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%