Air Berlin
Mehdorn-Nachfolger will auf Etihad-Hilfen verzichten

Von einer Besserung der Lage ist bei der Fluggesellschaft Air Berlin nichts zu sehen. Der Verlust ist zuletzt weiter gestiegen, dennoch setzt der neue Vorstandschef auf Genesung – obwohl das Eigenkapital aufgezehrt ist.
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FrankfurtAir Berlin will trotz der aufgezehrten Kapitaldecke ohne neue Geldspritzen von Großaktionäre Etihad über die Runden kommen. „Unser Ziel ist ganz klar: Wir müssen unser Überleben aus eigener Kraft schaffen“, sagte Airline-Chef Wolfgang Prock-Schauer am Mittwoch. Er war dem heutigen Chef der Berliner Flughäfen, Hartmut Mehdorn, Anfang des Jahres ins Amt gefolgt.

Das laufende Sanierungsprogramm sei aufgelegt worden, damit die Eigenständigkeit gesichert werde. Air Berlin hatte die kapitalkräftige Etihad Ende 2011 an Bord holen können – das Unternehmen aus dem Golf-Emirat Abu Dhabi stieg mit knapp 30 Prozent bei der Fluglinie ein und half immer wieder mit Finanzspritzen aus. Im ersten Quartal 2013 verbrannte Air Berlin wegen eines hohen Verlustes sein Eigenkapital komplett. Bis Jahresende soll die Kennziffer wieder positiv werden.

Der Nettoverlust im ersten Quartal war auf fast 200 Millionen Euro gestiegen (Vorjahresquartal. 164 Millionen Euro). Der Umsatz des Lufthansa-Konkurrenten fiel um 2,6 Prozent auf 791,9 Millionen Euro. Prock-Schauer strebt dennoch weiterhin im Gesamtjahr eine schwarze Null im operativen Geschäft an.

Mit dem Sparprogramm kommt die Airline nach eigenem Bekunden voran. „Zwei Drittel der für das Gesamtjahr 2013 eingeplanten Ergebnisbeiträge des 'Turbine'-Programms haben wir bereits abgesichert. Wir sind davon überzeugt, die Zielgröße von 200 Millionen Euro in diesem Jahr zu erreichen. Die 'Turbine'-Effekte werden sich ab dem dritten Quartal im Ergebnis positiv niederschlagen“, so Prock-Schauer.

Air Berlin bezifferte das Eigenkapital nach dem schwachen ersten Quartals auf minus 53,1 Millionen Euro. „Das Eigenkapital ist aufgrund der saisonbedingt traditionell schwachen Ertragslage sowie der Einmalbelastungen negativ. In den Folgequartalen wird allerdings die übliche saisonale Geschäftsbelebung wieder eintreten und das Eigenkapital stärken“, prognostizierte Finanzchef Ulf Hüttmeyer. Das Ziel bleibe weiterhin, mittelfristig eine Eigenkapitalquote von 15 bis 20 Prozent zu erreichen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Air Berlin: Mehdorn-Nachfolger will auf Etihad-Hilfen verzichten"

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  • was hat das mit Mehdorn zu tun? Die Lage bei AB war nie gut. Viel frecher finde ich, dass schon wieder behauptet wird, dass man ein positives EBIT erreichen will. Wer fällt denn noch auf dieses Gelaber rein?

  • im klartext ETIHAD wirft schlechtem geld kein gutes mehr hinterher und übernimmt lieber die konkursmasse gegen ein nasenwasser

    AIR BERLIN ein laden der ebenso ,wie HEIDELBERGER DRUCK und BAHN nach hartmut MEDDORNS abgang erstmal im chaos versinkt.

    der EXKANZLER SCHRÖDER freund MEHDORN kann jetzt den berliner flughafen ins endgültige fiasko managen

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