Air Berlin mit Problemen

Etihad verliert Flugrechte

Air Berlin bricht ein wichtiger Eckpfeiler weg: Das Luftfahrtbundesamt verbietet mehr als 30 gemeinsame Flugverbindungen mit Geldgeber Etihad. Doch Air Berlin kündigt Widerstand an.
Update: 10.10.2014 - 12:09 Uhr 4 Kommentare
Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Air Berlin. Etihad muss wohl auf 34 sogenannte Code-Share-Flüge mit Air Berlin unter gleicher Flugnummer verzichten. Quelle: dpa

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Air Berlin. Etihad muss wohl auf 34 sogenannte Code-Share-Flüge mit Air Berlin unter gleicher Flugnummer verzichten.

(Foto: dpa)

FrankfurtDas Luftfahrtbundesamt verbietet Air Berlin wichtige Flug-Vereinbarungen mit dem arabischen Großaktionär Etihad. Das hat das Handelsblatt aus Unternehmens- und Behördenkreisen erfahren. Das Luftfahrtbundesamt hat dies den Arabern Mitte der Woche in einem Brief mitgeteilt. Air Berlin bestätigte am Freitag den Bericht.

Für den anstehenden Winterflugplan seien 34 Codeshareverbindungen nicht genehmigt worden, sagte Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer. Hierbei handele es sich um Air-Berlin-Flüge, auf denen Etihad mit einer Flugnummer vertreten ist.

Die Code-Share-Vereinbarung ist ein wichtiger Eckpfeiler für das Geschäft von Air Berlin. Denn dadurch erhöht die Fluglinie ihre Auslastung. Etihad kann umgekehrt durch diese Vereinbarung seinen Kunden mehr Ziele anbieten.

Air Berlin will nach Handelsblatt-Informationen aber noch nicht die Flinte ins Korn werfen. Die Airline setzt auf ihr Einspruchsrecht, das vier Wochen gilt. „Es gibt noch Gespräche“, sagte ein Air-Berlin-Sprecher dem Handelsblatt.

Air Berlin werde alle rechtlichen Schritte unternehmen, um dem Bescheid der Behörde anzufechten, sagte Prock-Schauer am Freitag. „Dies erschüttert das Vertrauen der Passagiere in die seit langem angebotenen Flugverbindungen“, erklärte die Fluggesellschaft. Etihad ist der wichtigste Großaktionär von Air Berlin und im Langstreckengeschäft von Europa nach Asien ein Konkurrent des deutschen Marktführers Lufthansa.

  • dhs
  • rtr
  • dpa
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4 Kommentare zu "Air Berlin mit Problemen: Etihad verliert Flugrechte"

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  • Welcome to the EU. That´s the same EU which wnts to copy free enterprise as practiced in the USA. Good luck ! LOL

  • Es wäre extrem Schade, wenn wieder einmal durch Paragraphen-Reiterei ein Unternehmen kaputt gemacht wird.

    Es muss doch möglich sein eine einvernehmliche Regelung zu finden, die es Air Berlin ermöglicht so zu operieren, wie sie es brauchen. Es geht ja nicht darum z.B. das Nachtflugverbot zu umgehen, mit steinalten 737-200, die viel Krach machen, zu starten und zu landen, sondern es geht um eine administrative Kooperation, bei der alle sonstigen Regeln eingehalten werden.

    Könnte man nicht, gerade bei einem kleinen Wettbewerber, dessen Überleben auf der Kippe steht(!) wenigstens mal ein bisschen flexibler die Vorschriften auslegen?

  • Der Eingriff von Politikern in den Wettbewerb zum Schutz der Lufthansa ist schlichtweg ein Skandal. Wo blieb denn das "nationale Interesse" beim Erhalt der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr? Die Alternative liegt wohl wirklich nur noch bei der Alternative. Nur so kommt das Gewürge in Berlin zu einem Ende.

  • Liebe Redaktion, ich vermisse hier in diesem Artikel die Darstellung der politischen Komponente.
    Der Skandal an sich ist doch die Einmischung der Politik in einen bereits entschiedenen Sachverhalt eines Bundesamtes.

    Zitat Ihre Artikels vom 11.09.2014:
    Nach Informationen des Handelsblatts (Freitagausgabe) aus Regierungskreisen hat das Bundesverkehrsministerium einen positiven Bescheid des Luftfahrtbundesamtes zur erneuten Prüfung an das Amt zurückverwiesen…
    ...Die Ministerpräsidenten Volker Bouffier (Hessen) und Horst Seehofer (Bayern) haben bereits im Vorfeld in Briefen an Verkehrsminister Alexander Dobrindt ihre Sorgen geäußert. Der Minister möge notfalls „im nationalen Interesse“ Maßnahmen ergreifen, heißt es in Bouffiers Brief, der dem Handelsblatt in Auszügen vorliegt.

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