Air Berlin
Schwarze Zahlen, schwarzer Ausblick

Erstmals kann Air Berlin wieder schwarze Zahlen schreiben. Doch bei der Präsentation der Bilanz ist Airline-Chef Prock-Schauer trotzdem pessimistisch. Der Weg zu "nachhaltiger Profitabilität" sei länger als erwartet.
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BerlinDie Fluggesellschaft Air Berlin rechnet mit einer längeren Durststrecke. Das Jahr 2013 werde zu einem Jahr des Umbaus, schreibt der Lufthansa-Konkurrent in seinem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht für 2012. Der „Weg zur Erlangung nachhaltiger Profitabilität“ sei länger als erwartet. Eine konkrete Prognose für einen Gewinn wagte der neue Unternehmenschef Wolfgang Prock-Schauer nicht. Operativ soll aber eine schwarze Null eingeflogen werden. Schon im November hatte sein Vorgänger Hartmut Mehdorn für 2013 einen Gewinn zum Ziel erklärt. Der ehemalige Air-Berlin-Chef hatte zuletzt den Verwaltungsrat des Unternehmens verlassen, weil er die Leitung des neuen Berliner Flughafens übernimmt.

Erstmals seit fünf Jahren hatte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Ende Februar wieder ein Plus von 6,8 Millionen Euro verkündet. Der Konzernumsatz ist leicht auf 4,31 Milliarden Euro gewachsen. Dabei profitierte die Airline aber vor allem vom Verkauf des Vielfliegerprogramms „Topbonus“, das die Berliner für 184,4 Millionen Euro an Großaktionär Etihad verkauft hatten. Vor Steuern und Zinsen (EBIT) stand ein Plus von 70 Millionen Euro, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Minus von 247 Millionen gestanden hatte. Ohne den Sondereffekt hätte Air Berlin wie bereits in den Vorjahren erneut in den roten Zahlen gesteckt.

Auch das Eigenkapital der Airline wurde bei einer Korrektur der Bilanz 2011 deutlich nach unten korrigiert. Von den einst für Ende 2011 ausgewiesenen 254 Millionen Euro bleiben nach der Korrektur und dem überraschenden Gewinn Ende 2012 nur noch 130 Millionen Euro übrig. Die „Bilanzpolizei“ DPR hatte eine Korrektur des Wertansatzes von Steuervorteilen verlangt.

Die strategische Partnerschaft mit Etihad hat den Berlinern laut eigenen Angaben 219.000 zusätzlich Fluggäste und einen Umsatz von 50 Millionen Euro eingebracht. Durch die Verbindung der Streckennetze und Vielfliegerprogramme hatte die Airline ihr Angebot im vergangenen Jahr enger verknüpft. „Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit Etihad im laufenden Jahr unseren Umsatz ausbauen und vor allem weitere Kostensynergien erreichen werden“, so Prock-Schauer.

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Sparprogramme sollen die Wende bringen

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  • 2013 wird Super!!!!

    Das Erlös von Bonus Program ist nur ein tropfen auf den heißen stein!!!

    Leider hat AIr Berlin ihre Ziele wieder verfehlt! wie kann es sein, das ein Airline Ca.8 % Kapazitätsreduzierung in 2012 macht, aber die Belegschaft um ca. 200 MA sich erhöht!!!!! Was hat Hartmut Mehdorn in 2012 gemacht?

    Das Management kassiert Bonus Zahlung in 6.stellige Beträge, aber wird groß überall in den Medien berichtet, dass das Management auf Gehalt verzichtet hat. Das ist moralisch nicht vertretbar und entspricht nicht das geforderte Opfer, das jede MA bringen soll. Es wäre besser wenn mann die Kosten von Beratungsunternehmen senken würde. In 2012 hat Air Berlin Beratungskosten von Ca. 27 Millionen EUR ausgegeben. Da fragt mann sich wofür? In 2011 hat Air Berlin Ca. 20 Millionen EUR für Beratungsunternehmen ausgegeben.

    Wenn ein Airline so schlecht geht wir Air Berlin, dann sind andere Maßnahmen notwendig. Anscheinend haben die Herren immer noch nicht verstanden wo Sie sich und Ihre 9000 MA befinden. Oder doch?

    Schade das Air Berlin immer noch kein eindeutigen Strategie entwickelt hat. Jeden Tag etwas anders, und das zeigt die Schließung von Air Berlin Turkey eindeutig was die Strategen von Air Berlin veranstaltet haben.

    Es wird jeden tag auch besser. Air Berlin verkauft alles an den Herrn in Abu Dhabi, wie neulich der Bonus Program und Ihre Triebwerke. Wenn einem Unternehmen kein Substanz hat, dann hilft nur eins.

  • Seitdem der Hartmut nicht mehr bei euch arbeitet, flieg ich auch nicht mehr mit euch. Der hatte immer solch süße Grübchen im Gesicht, wenn er mich von den Plakaten anlächelte.

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