Air France
„Den Fraß kann niemand herunterwürgen“

Alexandre de Juniac, Chef der Fluggesellschaft Air France, hat derzeit einige Baustellen. Nun muss er sich auch noch mit einem Ex-Minister herumschlagen, der mit dem Essen an Board der Maschinen unzufrieden ist.
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ParisAlexandre de Juniac hat einiges um die Ohren. Als Chef der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France-KLM muss er den französischen Teil der Gruppe wieder auf Profitabilität trimmen, gleichzeitig die Gewerkschaften bei der Stange halten, den Service der Fluglinie verbessern und die Allianz mit der Golf-Gesellschaft Etihad ausbauen, ohne die Eigenständigkeit zu gefährden. Und manchmal, da muss er auch noch seltsame Briefe beantworten.

Wie vor ein paar Tagen ein wütendes Schreiben des früheren französischen Kulturministers Jack Lang. „Den Fraß an Bord Ihres Fluges nach Casablanca kann niemand runterwürgen“, schrieb der 74-Jährige völlig außer sich. „Imbouffable“, wörtlich „unfressbar“ sei gewesen, womit man seinen in Jahrzehnten harten kulinarischen Trainings verwöhnten Gaumen drangsaliert habe.

Der Sozialist Lang wahrt sonst eine perfekte Etikette. Als Präsident des „Institut du Monde Arabe“, eine Organisation die das Verständnis zwischen Frankreich und der arabischen Welt fördert, sollte er das auch. Doch nun platzte dem Politiker, der sich immer noch zu höheren Ämtern berufen fühlt, der Kragen. Der Kundendienst von Air France hatte es gewagt, seine erste Beschwerde wegen angeblich unzureichender gastronomischer Bemühungen auf dem Flug in der Business Class zu beantworten. Kein Wort des Bedauerns vom Chef persönlich!

Lang setzte seine empörten Geschmackspapillen erneut in Marsch, diesmal direkt mit dem Ziel De Juniac. Und der antwortete ihm auch, mit dem verschmitzten Hinweis, der „Weg zur Exzellenz ist lang und voller Fallstricke“, was sich sowohl auf die Bordverpflegung von Air France wie auf das Sozialverhalten von Lang beziehen kann.

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Air France-Chef verspricht bessere Verpflegung für alle

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  • Dem Stimme ich zu.

  • Wer Lufthansa für schlecht hält, sollte einmal mit einer amerikanischen Airline reisen. Die setzen die Standards für grottenschlechten Service. Eine Fluggesellschaft, deren Mitarbeitergruppen abwechselnd für eine Erhöhung des exorbitanten Gehalts streiken, deren Hubs mit Nachtflugverboten gesegnet sind, die ordentlich besteuert wird und der auch sonst überall Steine in den Weg gelegt werden, kann eigentlich ur beim Service sparen. Und da gilt: jeder bekommt das, wofür er bezahlt.

    Ich bin übrigens der LH in keiner Weise verbunden aber Realist.

  • @wolfshund

    So so, die Dinger verursachen also Krebs. Sie scheinen sich aber gut auszukennen und vor allem das erzählen sich mal den Franzosen. Dann bekommen Sie Einreiseverbot in Frankreich.

    Wie gut das ich das Lufthansa-Zeug nicht esse (aber nur weil es mir zu trocken ist). Aber nun weiss ich wenigstens, was mir erspart bleibt.

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