Air France kappt Gewinnprognose

Streik kostet Air France eine halbe Milliarde Euro

Der wochenlange Streik trifft den französischen Flugriesen empfindlich: Air France rechnet mit Kosten von rund 500 Millionen Euro durch die Arbeitsniederlegungen – und muss auch für das laufende Jahr neu kalkulieren.
Update: 08.10.2014 - 12:12 Uhr Kommentieren
Air France im Sinkflug: Das Unternehmen leidet unter den Streiks seiner Piloten. Quelle: dpa

Air France im Sinkflug: Das Unternehmen leidet unter den Streiks seiner Piloten.

(Foto: dpa)

ParisDer zwei Wochen lange Pilotenstreik kostet Air France mehr Geld als befürchtet. Der Lufthansa-Rivale teilte am Mittwoch mit, derzeit von einer Belastung von 500 Millionen Euro auszugehen. Erst im Juli hatte die Konzernmutter Air France-KLM die Prognose für den operativen Gewinn (Ebitda) in diesem Jahr auf 2,2 bis 2,3 Milliarden Euro von zuvor 2,5 Milliarden gesenkt. Begründet wurde dies mit dem scharfen Wettbewerb bei Langstreckenflügen sowie der schwachen Nachfrage im Frachtgeschäft. Die Kosten für den Streik kommen nun noch hinzu.

Air France betonte zudem, im September knapp 16 Prozent weniger Passagiere befördert zu haben. Die Buchungen für das vierte Quartal lägen ein bis zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Das sind die besten Airlines der Welt
Die besten Airlines des Jahres
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Die Auszeichnung für die Airline des Jahres von Skytrax basiert auf einer Umfrage unter Fluggästen, an der sich zwischen August 2013 und Mai 2014 18,85 Millionen Passagiere beteiligt haben. Mehr als 245 Airlines aus mehr als 105 Ländern wurden so bewertet. Die „Skytrax World Airline Awards“ gelten als angesehenste Auszeichnung in der Luftfahrtbranche. Auf ähnlichen Wegen kommt auch die Sterne-Bewertung von Skytrax zustande. Die Topwertung von fünf Sternen erreichen dabei aktuell nur die oben abgebildeten sechs Airlines. Die Lufthansa hat sich zum Ziel gemacht, zu der aktuellen Wertung von vier Sternen noch den einen fehlenden hinzuzufügen.

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Platz 12: Eva Air
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Die taiwanesische Eva Air besitzt bei Skytrax bereits eine Vier-Sterne-Wertung. Besonders der Service des Kabinenpersonals wird gut bewertet: So wird unter anderem die Effizienz des Service und das Beantworten von Nachfragen sogar mit fünf Sternen belohnt. In Europa fliegt Eva Air - hier im Bild eine Maschine um „Hello Kitty“-Design - Wien, Amsterdam, Paris und London an.

Platz 11: Qantas Airways
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Qantas Airways ist die größte australische Airline. Die Vier-Sterne-Airline punktet unter anderem durch besondere Beinfreiheit in der ersten Klasse und die gut ausgestatteten Waschräume. Finanziell befindet sich die Airline allerdings in Schieflage, die australische Regierung hatte eine Beteiligung bereits ausgeschlossen. Im Vorjahresvergleich verliert Qantas einen Platz und rutscht aus den Top Ten.

Platz 10: Lufthansa
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Die Lufthansa wird von Skytrax noch mit vier Sternen bewertet, die größte deutsche Airline strebt nun aber den fünften Stern an. Die Erste Klasse erreicht bereits fast durchweg Topbewertungen, auch der Online-Auftritt samt Check-in auf der Website sind top. In der Abstimmung der Passagiere reicht es schon einmal für die Top Ten.

Platz 9: Etihad Airways
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Etihad Airways ist die Fluggesellschaft des Emirats Abu Dhabi. Die Araber haben der ums Überleben ringenden Air Berlin bereits mehrmals finanziell unter die Arme gegriffen und sind auch an weiteren Airlines in Europa beteiligt. Etihad wurde erst im Jahr 2003 gegründet. Ständig aufwärts geht es allerdings nicht: Im Vergleich zum Vorjahr büßt die Airline zwei Plätze ein.

Platz 8: Asiana Airlines
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Mit fünf Sternen erfreut sich Asiana Airlines dem Top-Rating von Skytrax. In der ersten Klasse regnet es fast nur Bestnoten, auch das Kabinenpersonal erhält nur Lob. Die südkoreanische Fluggesellschaft fällt dennoch im Vergleich zum Vorjahr um drei Ränge zurück.

Platz 7: Garuda Indonesia
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Garuda Indonesia freut sich aktuell über eine Vier-Sterne-Bewertung von Skytrax. Aktuell verfügt die Fluggesellschaft über eine Flotte von 116 Maschinen, 57 weitere sind bereits bestellt – darunter sind elf Airbus A330. Im Skytrax-Ranking geht es einen Platz nach oben.

Die Piloten von Air France hatten rund zwei Wochen lang vom 15. bis zum 28. September gestreikt. Sie protestierten damit gegen Pläne der Unternehmensführung, die Billig-Tochter Transavia Frankreich europaweit auszubauen.

Finanzdirektor Pierre-François Riolacci gab nun bekannt, dass neben dem Rückgang beim Betriebsergebnis im dritten Quartal auch noch unklar sei, wie sich der Streik auf die Buchung von Tickets im vierten Quartal und Anfang 2015 auswirken werde. Die Fluggesellschaft geht davon aus, dass sie dieses Jahr keine schwarzen Zahlen mehr erreichen kann.

Der längste Streik bei Air France war Ende September beendet worden, ohne dass eine endgültige Lösung in dem Konflikt um Transavia gefunden werden konnte. Die Piloten beendeten ihren Arbeitskampf, nachdem das Transavia-Projekt für Europa vorerst auf Eis gelegt wurde. Transavia France soll allerdings trotz des Widerstandes der Piloten, die ein Sozialdumping befürchten, fortentwickelt werden.

  • rtr
  • afp
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