Air France-KLM

Franzosen profitieren von der Pleite-Welle

Die europäische Luftfahrtbranche sortiert sich neu. Während Air Berlin, Alitalia und Monarch in die Pleite gerutscht sind, spüren Platzhirsche wie Air France-KLM Aufwind. Doch auch die Franzosen haben weiter Probleme.
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Dem Unternehmen kam zugute, dass nach den Anschlägen in mehreren europäischen Städten Touristen aus Asien und den USA zurückkehrten. Quelle: Reuters
Flugzeug von Air France bei der Wartung

Dem Unternehmen kam zugute, dass nach den Anschlägen in mehreren europäischen Städten Touristen aus Asien und den USA zurückkehrten.

(Foto: Reuters)

Paris, LondonInmitten der Neuordnung der Luftfahrtbranche profitieren die Fluggesellschaften in Europa von der Rückkehr vieler Touristen und den steigenden Ticketpreisen. Air France-KLM verdiente im Sommer nach Angaben vom Freitag deutlich mehr als vor Jahresfrist und stellt sich auf ein gutes Schlussquartal ein. Auch die British-Airways-Mutter IAG blickt optimistisch in die Zukunft. In den Jahren bis 2022 solle der Gewinn bei jährlich 6,5 Milliarden Euro liegen, ein Fünftel mehr als in den fünf Jahren bis 2020, wie das Unternehmen mitteilte.

Air France steigerte das Ergebnis im dritten Quartal um 38,7 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro, mehr als von Reuters befragte Analysten vorhergesagt hatten. Vor allem Langstreckenflüge kamen gut an. Der Umsatz je Sitzkilometer stieg um 4,1 Prozent. Auch im Oktober sei es gut gelaufen, sagte Finanzchef Frederic Gagey. „Die Buchungen für November und Dezember liegen über denen des vergangenen Jahres.“

Die Aktie legte unmittelbar nach Vorlage der Geschäftszahlen zu und erreichte den höchsten Stand seit 2011, brach anschließend aber mehr als zehn Prozent ein. Händler verwiesen darauf, dass das Management der französischen Airline konkrete Aussagen über künftige Sparmaßnahmen gescheut habe.

Das sind die besten Airlines 2018
Platz 10: Japan Airlines (Japan)
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Jedes Jahr vergibt die australische Agentur Airline Ratings die „Airline Excellence Awards“. Dabei werden die Besten der Branche ausgezeichnet – vom Billigflieger bis zum kulinarischen Champion. Auf Platz 10 landet in diesem Jahr Japan Airlines.

Quelle: (AirlineRatings/CNN)

Platz 9: Cathay Pacific (Hongkong)
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Eingerechnet in die Wertung werden vier wichtige internationale Sicherheitsüberprüfungen, sowohl branchenintern als auch von Behördenseite. Dazu kommen das Alter der Flotte, Bewertungen der Passagiere, Profitabilität, Bonitätsnoten und die wichtigsten Produktangebote. „Wir schauen uns auch an, ob die Airline innovativ ist und neue Dinge ausprobiert, die das Erlebnis der Passagiere verbessern“, sagte Geoffrey Thomas, Chefredakteur von AirlineRatings.com. In diesem Jahr wird die Rangliste von Airlines aus Australien und Asien dominiert – wie hier Cathy Pacific aus Hongkong.

Platz 8: Korean Air (Südkorea)
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Die koreanische Airline wurde für die geräumigen Sitze in ihrer Economy-Klasse ausgezeichnet.

Platz 7: All Nippon Airways (Japan)
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Alle Fluggesellschaften auf der Liste haben eine Sicherheitsbewertung von sieben Sternen und stehen für Innovationen, erklärte Airline Ratings. „Egal ob Nummer eins oder Nummer zehn – alle diese Airlines sind die Besten der Besten, die Elite der Luftfahrt“, hieß es in der Begründung der Jury. „Sie sind die Trendsetter und der Maßstab, an dem alle anderen gemessen werden.“

Platz 6: Etihad (Vereinigte Arabische Emirate)
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In der Jury sitzen nach Angaben von Airline Ratings Experten, die seit 20 Jahren die Welt der Luftfahrt bewerten. Auch wenn vor allem Unternehmen aus Australien und Neuseeland ausgezeichnet wurden, erklärt Thomas, der Prozess sei „objektiv und nicht manipulierbar“. Trotz jüngster Turbulenzen in der Führung schneiden Airlines wie Etihad außergewöhnlich gut ab.

Platz 5: Virgin Atlantic (Großbritannien)
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Gleich zwei Mal ist Virgin in den Top Ten vertreten. Virgin Atlantic ist dabei die am besten bewertete europäische Airline.

Platz 4: Virgin Australia (Australien)
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Die Airline von Unternehmer Richard Branson wurde für die beste Business-Class ausgezeichnet. Die Luxus-Suite „The Business“ sei einzigartig in dem Segment.

Denn bei den Kosten hinkt das französisch-niederländische Unternehmen hinter Rivalen hinterher. Die Gewinnmarge liegt bei Air France bei elf Prozent, bei KLM bei 18,5 Prozent. Die Lufthansa kommt dagegen auf 18,1 Prozent, British Airways schafft sogar 21,5 Prozent.

Zugute kam Air France dagegen, dass nach den Anschlägen in mehreren europäischen Städten Touristen aus Asien und den USA zurückkehrten. Mit der neuen Billig-Fluglinie Joon will das Unternehmen zudem jüngere Kunden ansprechen und sich für den Wettstreit mit den Golf-Gesellschaften rüsten.

Die etablierten Gesellschaften profitieren auch von der Pleite mehrerer Fluggesellschaften in Europa. Air Berlin, Monarch aus Großbritannien und Alitalia brachen wegen des harten Wettbewerbs zusammen. Ein großer Teil von Air Berlin geht nun an die Lufthansa und den britischen Billigflieger Easyjet. Monarch stellte den Betrieb ein. Bei Alitalia läuft dagegen der Verkaufsprozess noch. Neben Lufthansa und Easyjet hat hier auch der US-Finanzinvestor Cerberus Interesse angemeldet.

  • rtr
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