Air France-Tochter stellte Verbindung ein
Gericht verbietet Subventionen für Ryanair im Elsass

Eine Entscheidung des Straßburger Verwaltungsgerichts setzt den Billigfluganbieter Ryanair unter Druck. Nach einer Klage von Air France, dem ehemaligen Konkurrenten auf der Strecke Straßburg-London, verbot das Gericht öffentliche Subventionen an Ryanair.

HB/dpa STRASSBURG. Ein Sprecher der irischen Fluggesellschaft sagte am Freitag, die Verbindung werde dennoch vorerst nicht eingestellt. Man warte die Berufung ab. Ryanair werde notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

Nach Informationen der „Badischen Neuesten Nachrichten“ (Freitag) belaufen sich die Subventionen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Straßburg, der Stadt und der Region Elsass auf jährlich 1,4 Millionen Euro bis 2007. Dieses Geld fließe in die Werbung für die Flugverbindung aus dem Elsass. Nach Auffassung der Richter bezieht sich das Werbekonzept jedoch zu sehr auf die niedrigen Flugpreise und zu wenig auf die Region Elsass. Damit handle es sich um öffentliche Zuschüsse im Sinne des EU-Vertrags.

Nach Angaben der IHK, die den Flughafen verwaltet, zahlen sich die getätigten Investitionen um das Zehnfache aus: „In den ersten Monaten flogen 110 000 Passagiere ab Straßburg mit Ryanair, die Air France- Tochter Britair beförderte ohne Konkurrenz nur 40 000 Passagiere im Jahr.“ Ryanair hatte sich verpflichtet, das jährliche Passagieraufkommen in fünf Jahren auf 375 000 zu erhöhen. Britair stellte die Flugverbindung im vergangenen Mai ein.

Ryanair-Jurist Jim Callaghan sagte, mit der irischen Fluggesellschaft sei die Zahl der Flugreisenden von Straßburg nach London von 3000 im Monat auf 20 000 gestiegen. Die Passagiere hätten durch das Billigangebot gegenüber den Tarifen von Air France viel Geld gespart: „Es ist ungerecht, dass das Gericht die Erhöhung der Passagierzahlen um das Siebenfache und die Folgen für die regionale Wirtschaft nicht berücksichtigt hat.“

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