Airbus unter Zeitdruck Lufthansa erhält den ersten A320neo

Endspurt für Airbus: Bis Jahresende will der Flugzeugbauer den ersten A320neo ausliefern. Noch hält Airbus an dem Zeitplan fest – doch der erste Kunde Qatar hat die Abnahme abgelehnt. Jetzt kommt die Lufthansa zum Zug.
Die Lufthansa wird der erste Kunde, der den Flieger erhält. Quelle: dpa
A320neo

Die Lufthansa wird der erste Kunde, der den Flieger erhält.

(Foto: dpa)

Toulouse/Hamburg/FrankfurtDem Flugzeugbauer Airbus droht bei der Erstauslieferung seines modernisierten Mittelstreckenjets A320neo die Zeit davonzulaufen. Die Übergabe des ersten Fliegers solle wie geplant noch bis Jahresende gelingen, sagte ein Airbus-Sprecher am Montag. Ein Datum stehe aber noch nicht fest. Statt der ursprünglich vorgesehenen Erstkundin Qatar Airways soll nun die Deutsche Lufthansa den ersten Jet erhalten, wie eine Sprecherin von Europas größter Fluggesellschaft sagte. Die im Vergleich zum herkömmlichen Modell im Verbrauch sparsamere A320neo ist der größte Verkaufsschlager von Airbus.

Qatar hatte die Abnahme des ersten Fliegers vor zwei Wochen allerdings abgelehnt und Probleme mit der Kühlung der neuen Triebwerke des US-Herstellers Pratt & Whitney als Grund genannt.

Der Airbus-Sprecher wollte den Grund für die Verzögerung nicht näher beschreiben. Es gebe Gespräche mit mehreren der ersten Abnehmer, darunter Lufthansa, Qatar Airways und die indische Fluglinie Indigo. Die Inder haben 430 Exemplare der „neo“ für insgesamt fast 41,6 Milliarden Dollar (38,6 Milliarden Euro) nach Listenpreis bestellt. Wie die Fluggesellschaft erklärte, habe Airbus sie bereits über die Verzögerung informiert. Eigentlich hätte Indigo ihren ersten Flieger am 30. Dezember erhalten sollen.

Die Lufthansa hat 115 Maschinen aus der A320neo-Modellfamilie bestellt. Die Auslieferung des ersten Fliegers soll im Airbus-Werk Hamburg erfolgen, wie die Lufthansa-Sprecherin sagte.

Qatar Airways fürchtete, ihr erster Jet müsse wegen Schwierigkeiten bei der Triebwerkskühlung länger als vorgesehen am Boden bleiben. Die Luftfahrtbehörden der EU und der USA haben die Zulassung für den Flugzeugtyp bereits erteilt. „Was zählt, ist dass wir unseren Kunden eine betriebsbereite A320neo übergeben“, sagte der Airbus-Sprecher. Der Typ wird alternativ auch mit Triebwerken des französisch-amerikanischen Herstellers CFM angeboten, die sich allerdings noch in der Testphase befinden.

So luxuriös fliegt es sich in der neuesten A380
Frisch vom Werk
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Frisch gelandet auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) 2014 in Berlin: ein Airbus A380 von Emirates. Wobei frisch in diesem Fall auch auf die Maschine zutrifft, denn der Jumbojet kommt direkt vom Werk.

Riesenvogel aus Finkenwerder
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In gerade einmal 38 Minuten Flugzeit hatten Piloten die A380 vom Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder zur ILA am zukünftigen Hauptstadtflughafen überführt. Es ist das dritte Mal, dass ein A380 der arabischen Fluggesellschaft auf der Messe präsentiert wird. Das erste Mal jedoch ist der Riesenvogel auch an den Publikumstagen zu besichtigen.

Blick in die Economy Class
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Der A380 verströmt noch etwas „Neuwagengeruch“. Es ist die 48. Maschine die Airbus an Emirates ausgeliefert hat. Insgesamt hat die Airline 140 Stück beim europäischen Flugzeugbauer geordert.

Nettes Detail
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Die Passagiere können auf ihrem Bildschirm jederzeit eine von drei Außenkameras ansteuern und beobachten, was draußen vor sich geht.

1500 Kanäle
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Wenn das Umschauen zu langweilig wird, kann der Passagier im Entertainment-Programm aus 1500 Kanälen wählen. Neu an Bord ist auch Live-TV.

399 Plätze
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Die Economy-Klasse des Emirates-Jumbos verfügt insgesamt über 399 Plätze. Während andere Fluggesellschaften darüber klagen, dass die A380 nur auf wenigen Strecken gut zu füllen sei, sind die Araber mit den Auslastungsraten nach eigenem Bekunden sehr zufrieden.

Blick ins Cockpit
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Weltweit trägt jeder dritte Airbus A380 das Logo von Emirates.

Seit Airbus die A320neo-Familie vor fünf Jahren angekündigt hat, gingen Bestellungen für mehr als 4300 Flugzeuge in den unterschiedlich langen Varianten A319neo, A320neo und A321neo ein. Am Montag zog die British-Airways-Mutter IAG Kaufoptionen für weitere 15 A320-Jets. Die Neuauflage des seit den 1980er Jahren gebauten Mittelstreckenjets A320 soll bis zu 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen, vor allem wegen der sparsameren Triebwerke.

Um der Auftragsflut Herr zu werden, baut Airbus in den kommenden Jahren eine zusätzliche Fertigungslinie in Hamburg auf. Ab dem Jahr 2019 sollen dann monatlich insgesamt 60 Maschinen der A320- und A320neo-Familie die Airbus-Werke in Hamburg, Toulouse, Tianjin (China) und Mobile (USA) verlassen. Bisher sind es etwas mehr als die in der Planung vorgesehenen 42 pro Monat.

  • dpa
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