Airline
Alitalia-Investoren nehmen weitere Hürde

Das Investoren-Konsortium für die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia hat eine entscheidende Hürde genommen. Die beiden Gewerkschaften der Flugbegleiter Sdl und Avia haben am Montag den Rettungsplan der CAI (Compagnia Aerea Italiana) unter der Leitung von Piaggio-Chef Roberto Colaninno unterzeichnet. Damit haben die zukünftigen Eigentümer die letzten zwei der insgesamt neun Gewerkschaften überzeugt.

MAILAND. Ungeklärt bleibt dagegen noch die Frage, mit welchem ausländischen Partner die neue Alitalia kooperieren wird. Da die Italiener selbst vor allem auf den Interkontinentalstrecken nur schwach vertreten sind, brauchen sie einen internationalen Partner. Als Favoriten gelten Lufthansa und Air France-KLM. Die Franzosen waren bisher die Partner von Alitalia. Lufthansa dagegen kooperierte in Italien bisher mit Air One, Alitalias größtem Konkurrenten. Doch Air One wird im Zuge des Rettungsplan fast komplett in die neue Alitalia integriert.

Italienische Medien berichten, dass Lufthansa bis zu 49 Prozent der Fluggesellschaft übernehmen wolle. Das deutsche Unternehmen hat sich dazu bisher nicht geäußert und bestätigt lediglich ein generelles "Interesse am italienischen Markt" und dass man die Ereignisse in Italien genau verfolge. Der Vorstandsvorsitzende von Lufthansa, Wolfgang Mayrhuber, war Ende der vergangenen Woche persönlich zu Gesprächen nach Rom gereist.

"Zwischen Air France und Lufthansa ist derzeit keiner im Vorteil", sagte Claudio Scajola, Italiens Minister für Wirtschaftsentwicklung. Der Regierungschef Silvio Berlusconi sagte, dass die Entscheidung bei dem CAI-Konsortium liege: "Jetzt muss die neue Gesellschaft entscheiden, wer der bessere Alliierte ist", sagte Berlusconi.

Nach dem Rettungsplan werden die 16 Privatinvestoren bis zu 1,5 Mrd. Euro in den operativen Teil von Alitalia investieren. 2011 wollen die Investoren, die vom Piaggio-Chef Colaninno über den Pirelli-Chef Marco Tronchetti-Provera bis zu den Benettons reichen, den Break-Even erreichen. 2011 soll die Fluggesellschaft wieder Gewinne schreiben.

Der Plan sieht auch die Entlassungen von 3000 Mitarbeitern und niedrigere Gehälter vor. Die Gewerkschaft Sdl, die gestern dem Plan zugestimmt hat, bindet ihr Okay denn auch an ein Referendum unter ihren Mitgliedern. Doch das wird in Italien eher als Versuch gewertet, das Gesicht nicht zu verlieren. Eine ernsthafte Gefahr für die Übernahmen dürfte davon nicht ausgehen.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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